≡ Menu

Beziehung retten – Schritt für Schritt Erklärung

Ihr beide habt gerade große, große Probleme in Eurer Beziehung? Doch wollt Ihr diese unbedingt retten? Weil Ihr noch viel Liebe füreinander habt?

Das sind schon mal wichtige Voraussetzungen, um die Beziehung retten zu können. Doch wichtig ist nun, wie es weitergeht. Wie Ihr beide den Weg aus Eurer Krise schafft.

Wie das gehen soll? Genau das habe auch ich mich gefragt. Denn in meiner Partnerschaft lief es ebenfalls einige Zeit lang überhaupt nicht rund. Ich war am Rande der Verzweiflung! Und wusste manchmal nicht, ob wir es als Paar schaffen würden…

Umso gründlicher setzte ich mich daher mit dem Thema Beziehung retten auseinander. Und glaube mir: Ich habe dabei sehr, sehr viel gelernt… Mein Wissen möchte ich nun natürlich nicht für mich behalten. Sondern an Dich weitergeben.

Daher habe ich mich hingesetzt und diesen Beitrag verfasst. Was darin steht? Hier der Überblick:

1) Wie Du Deine Beziehung rettest, Schritt für Schritt

2) wichtige Hinweise zum Thema

3) Ob es überhaupt möglich ist, eine Beziehung zu retten – und wenn ja, unter welchen Umständen

4) und das Fazit


Wie rettest Du Deine Beziehung? Eine Schritt für Schritt Anleitung

Okay: Es ist normal, dass man in einer Beziehung mit Hochs und Tiefs konfrontiert ist. Dass es mal besser, mal schlechter läuft. Das ist normal!

Doch was ist, wenn dieses Tief einfach nicht vorüber zieht? Wenn ständig diese schwarzen, dunklen Gewitterwolken am Beziehungshimmel hängen? Die sich einfach nicht auflösen?

Dann spricht alles dafür, dass die Beziehung in einer ernsten Krise steckt! Doch was tun? Nun, eines kann ich Dir an dieser Stelle schon mal sagen: Vom Hände in den Schoß legen und einfach abwarten werden sie sicher nicht vorüber ziehen.

Handeln ist also angesagt! Doch welche Handlungen sind jetzt die richtigen? Hier meine Schritt für Schritt Anleitung!

Schritt 1: Finde heraus, wie schwer Eure Krise ist

Insgesamt lassen sich drei Niveaus einer Beziehungskrise feststellen. Und damit kann man festhalten: Je nach Niveau ist die Krise unterschiedlich stark.

Im Folgenden werde ich all diese drei Stärken gründlich beschreiben. Und Dir natürlich sagen, was Du tun sollst…

Krise auf Niveau 1 – erste Gewitterwolken am Beziehungshimmel:

Die Situation:

Es kommt hin und wieder zu Streit zwischen Euch beiden. Aber das ist längst noch nicht die Regel! Es passiert nicht täglich. Sondern „nur“ ab und zu.

Doch trotzdem solltet Ihr wachsam sein. Denn es ist möglich, dass sich eine ernstere Krise anbahnt..

Die Signale:

Signale Beschreibung
Die Themen der Streits wechseln sich ab (noch). Ihr streitet über verschiedene Themen. Z.B. am einen Tag darüber, dass der eine zu wenig im Haushalt macht. (Klassiker). Beim nächsten Mal darüber, dass der Eine den Geburtstag der Schwiegermutter vergessen hat.
Der Streit eskaliert schneller als normal. Kommt es nur einmal/ wenige Male vor, ist das noch nicht soo schlimm. Denn es kann sein, dass einer von Euch bzw, Ihr beide aktuell sehr gestresst seid. Und daher gereizter als sonst reagiert. Mit dem Anderen hat das jedoch nicht direkt etwas zu tun!
Nach dem Streit findet Ihr wieder zueinander. Es kann also ein schönes Gespräch im Anschluss daran finden. Ihr werft Euch nichts vor. Ihr versöhnt Euch. Weil Euch das wirklich wichtig ist.
Ihr hört dem Anderen zu (noch) Denn Ihr beide seid selbst während des Streits auf Fairness bedacht. Und wisst instinktiv, wie wichtig das gegenseitige Zuhören und sich Ausreden lassen ist.
Ihr seid dazu bereit, Kompromisse einzugehen. Selbst wenn das bedeutet, dass Ihr jetzt ein wenig zurück stecken müsst. Doch die Beziehung, die Bedürfnisse des Anderen sind gerade ein wenig wichtiger! (Was jetzt nicht heißt, dass man sich selbst und die eigenen Wünsche komplett aufgeben muss/ sollte).
Es kann zu kleineren Verletzungen kommen. Doch diese werden in Kauf genommen. Vielleicht beschönigt. Doch diese kleinen Stiche summieren sich. Es kommt immer mehr hinzu. Bis man so viel herunter geschluckt hat, dass man irgendwann meint zu ersticken…
Die Streits fangen spontan, aus einem Impuls heraus, an. Sie sind nicht geplant. Ihr hattet gar nicht vor, in Streit zu geraten. Doch schon ist es passiert…

Krise auf Niveau 2 – die Wolken werden dichter:

Die Situation:

Die Streitereien häufen sich! Und Ihr beide nehmt das gewissermaßen hin.

Doch die Folge davon ist: Es treibt Euch auseinander. Eine Kluft wächst zwischen Euch. Und das trägt natürlich nicht dazu bei, die Streitereien aufzulösen.

Kurz: Die Krise wird größer. Sie wird nicht aufgelöst, verarbeitet. Mitunter kann es sein, dass beide/ einer der Beteiligten alles/ sehr vieles herunter schluckt. Und das dem Anderen unbewusst vorwirft…

Die Signale:

Signale Beschreibung
Ihr könnt Euch nach den Streits nur noch selten versöhnen. Den Auslöser des Streits aus der Welt schaffen. Denn Ihr beide scheint dafür gerade keine Lust bzw. keine Kraft mehr zu haben. Denn Sinn dahinter nicht zu sehen. Es ist alles reichlich anstrengend!
Einer von Euch beiden/ Ihr beide zieht sich / Euch immer mehr zurück Denn all dies treibt auseinander. Kann die Gefühle für den Anderen auf negative Weise beeinflussen. Bis weder Kraft noch Wille zur Aussöhnung vorhanden sind.
Ihr schenkt dem Anderen weniger Zuneigung und Aufmerksamkeit. Habt weniger Zeit für die Beziehung. (bzw. einer von Euch.) Weil dieses ständige Streiten einfach nur zermürbend ist. Und sich das nicht gut auf die Liebe zueinander auswirken kann! Man sieht schlicht und einfach keinen Sinn mehr dahinter, viel in die Beziehung zu investieren. Wozu – wenn es doch ohnehin nichts bringt?!? So die Denkweise…
Bei Streits geht der Eine beleidigt weg. Und investiert kaum noch in die Beziehung. Das ist ebenfalls ein Zeichen, dass man aufgibt. Auch, wenn noch ein wenig Liebe, gewisse Gefühle für den Anderen vorhanden sind.
Ihr habt weniger Sex. Das ständige Streiten wirkt sich auch auf die Lust für / auf den Anderen aus. Ihr habt weniger Sex. Der auch nicht mehr so leidenschaftlich, so erfüllend ist. Es ist kein Vergleich zu früher!!
Einer von Euch beiden reagiert ständig gereizt und genervt. Warum? Weil er oder sie unzufrieden ist! Sei es mit der Beziehung, mit sich selbst, mit dem Anderen,….
Es herrscht eine sehr gereizte Stimmung zwischen Euch. Weil sich die Konflikte einfach nicht mehr auflösen lassen. Weil man keine Geduld mehr hat für das Alles/ für den Anderen.
Man denkt erstmals über Trennung nach. Sehr verständlich, nicht wahr? Es passiert also mehr oder weniger automatisch, dass dieser Gedanke auftaucht. Auch, wenn er vorerst noch nicht weiterverfolgt wird. Doch der Gedanke ist nun da…
Die Liebe für den Anderen wird infrage gestellt. Macht das alles wirklich Sinn? Wie sehr liebt man ihn oder sie noch? Und so weiter…

Das sind jetzt die Frage, die immer häufiger gestellt werden!

Krise auf Niveau 3 – Es kommt zu einem großen Wolkenbruch

Die Situation:

Ihr könnt Euch nicht mehr „normal“ unterhalten. Denn jedes einzelne Gespräch endet in einem Streit.

Ihr beide seid mit den Nerven am Ende. Alles ist so furchtbar anstrengend. Der Andere, die Beziehung. Und es ist fast schon zwangsläufig, dass es früher oder später zu einer Eskalation kommen muss…

Die Signale:

Signale Beschreibung
Ihr könntet Euch über alles alles an/ beim Dem Anderen aufregen. Selbst der kleinste Anlass bringt Euch auf die Palme! Dinge, die Euch früher niemals gestört hätten. Die Ihr gar nicht wahrgenommen habt. Doch nun scheinen sie ein willkommener Anlass dafür zu sein, den Streit zu suchen.
Ihr trennt Euch mitten in/ nach einem Streit. Klar, das Ganze hatte sich gewissermaßen schon angedeutet. Doch nun ist es so weit: Einer von Euch beiden/ Ihr beide zieht den Schlussstrich.
Ihr hört einander überhaupt nicht mehr zu. Dafür fehlt es schlicht und einfach an Lust, an Bereitschaft, an Energie. Denn alles ist einfach zu viel.
Ihr habt das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Ihr steckt fest. Und kommt aus diesem Ort ohne Ausweg einfach nicht mehr heraus.

Wobei: Einen Ausweg gibt es schon: die Trennung. Zumindest ist das der Ausweg, den Ihr beide seht.

Es kann passieren, dass einer von Euch/ Ihr beide fremd geht. Gerade jetzt ist die Gefahr dafür sehr groß! Weil man einfach dem allen entkommen will. Weil man „endlich wieder“ Spaß haben will. Erfüllten Sex ohne Stress. Und so kommt es zum Seitensprung…
Ihr habt Euch eigentlich gar nichts mehr zu sagen. Es herrscht Schweigen zwischen Euch. Denn scheinbar sind alle Worte verbraucht. Und so schweigt Ihr Euch an. Und es ist leider kein Schweigen der angenehmen Sorte…
Ihr habt kaum noch/ gar keinen Sex mehr. Denn die Lust darauf (im wahrsten Sinne des Wortes) ist Euch gründlich vergangen.
Ihr seid sehr, sehr wütend auf den Anderen. Und diese Wut WOLLT Ihr vielleicht gar nicht auflösen. Vielmehr wird in diese Wut alles hinein gepackt. Auch solches, das vielleicht gar nichts direkt mit der Beziehung zu tun hat.
Der Andere ist für die ganze Misere verantwortlich. Für all das, was nicht wie geplant, gewünscht, erhofft läuft. Selbst, wenn man weiß: Das ist unfair. Und es stimmt auch nicht.

Schritt 2: Ergreift die passenden Maßnahmen!

Du hast herausgefunden, auf welcher Ebene sich Eure Krise befindet? Gut! Nun geht es um passende Maßnahmen. Das will ich an dieser Stelle gar nicht lange thematisieren. Denn ich habe mich an anderer Stelle bereits sehr gründlich damit befasst: …..

(Doch keine Sorge: Ich gehe im übernächsten Kapitel noch mehr darauf ein.)

Hinweis zu den Niveaus einer Krise in Beziehungen

Bitte beachte: All diese Niveaus bauen aufeinander auf. In exakt dieser Reihenfolge!

Also erst

– Ebene 1

– gefolgt von Ebene 2

– sowie von Ebene 3.

Kannst Du Deine Beziehung retten?

Grundsätzlich ist es so, dass Ihr beide noch eine Chance habt. Doch kommt es nun eben darauf an, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Und diese sind je nach Stärke der Krise, je nach Niveau, unterschiedlich…

 

Schauen wir uns das Ganze mal genauer an:

Wie kannst Du Deine Beziehung auf Niveau 1 retten?

Die Chancen darauf, dass Ihr aus dieser Krise kommt, stehen noch gut. Denn die Krise ist noch nicht allzu groß.

Das solltet Ihr jetzt tun:

1. Schritt – Werdet Euch der Situation bewusst.

Seid vor allem für die kleinen Verletzungen aufmerksam, die im Alltag häufig geschehen. Diese kleinen Sticheleien, die man gegenüber dem Anderen äußert. Doch diese Sticheleien, so wenig ernst sie vielleicht auch gemeint waren, können den Anderen sehr verletzen!

  • Das ist einem selbst oftmals gar nicht bewusst.
  • Weil keine böse Absicht dahinter steckt.
  • Und doch erwischt man nicht selten einen (sehr) wunden Punkt beim Anderen.

 

Hier ein Beispiel: Ich habe meinen Ex gerne damit aufgezogen, dass er alles so furchtbar (!) langsam tue. Dass er so wenig spontan war. Doch dabei ging er einfach nur sehr gründlich und gewissenhaft vor.

Aber: Er selbst wäre gerne öfter mal spontan gewesen. Und genau deshalb berührte ich einen sehr wunden Punkt bei ihm. Ich vergrößerte die Wunde! Und verstärkte die Kluft zwischen uns.

 

Deshalb: Sei dem Anderen gegenüber aufmerksam(er). Achte darauf, was bestimmte Worte, Verhaltensweisen, etc. bei ihm/ ihr auslösen können. So kannst Du bestimmte Minen gut entschärfen. Ohne dass sie Euch, der Beziehung gefährlich werden können.

2. Schritt – Sucht das Gespräch miteinander.

Eine Beziehung ohne jegliche Kommunikation? Das ist unmöglich! Denn nur über (ernsthafte) Gespräche könnt Ihr erfahren, was in dem Anderen gerade vorgeht. Was ihn beschäftigt. Was/ ob er sich etwas von Euch wünscht.

Ein Gespräch kann also zu mehr Vertrauen und Nähe führen. Sofern es offen und ehrlich geführt wird, versteht sich!

  • Sprecht dabei bitte auch Eure Ängste und Probleme an.
  • Lasst den Anderen ausreden.
  • Hört ihm zu.
  • Sprecht in Ich Botschaften. Und nicht in einer pauschalen Form.
  • Macht dem Anderen keine Vorwürfe.
  • Sagt ihm nicht, wie er sich zu verhalten hat.
  • Nehmt Euch Zeit für dieses Gespräch.
  • Gerne könnt Ihr solch eine Unterhaltung an einem festen Tag in der Woche führen.

Hier ein Beispiel: Ich habe mit meinem Partner einen solch fixen Tag in der Woche etabliert. Wir „treffen“ uns im Wohnzimmer. Und das immer zur selben Uhrzeit, am Mittwoch abend um 20 Uhr. Handys, Fernseher, etc. werden ausgeschaltet. Denn diese Zeit ist uns heilig. Und sie gehört nur uns.

 

3. Schritt – Erstellt einen Plan und setzt diesen konsequent um!

Denn ein Plan ist in dieser Hinsicht Gold wert.

Wichtig ist, dass dieser Plan von EUCH BEIDEN zusammen erstellt wird. So wird nichts getan, was nicht vereinbart wurde.

Fangt gleich mit der Umsetzung an. Ausreden gibt es in der Hinsicht nicht!

Wie kannst Du Deine Beziehung auf Niveau 2 retten?

Aller Vorsicht / Aufmerksamkeit zum Trotz: Die Krise ist nun da. Sie lässt sich nicht mehr weg reden/ beschönigen.

Die Stimmung zwischen Euch beiden wird immer schlechter. Doch an dieser Stelle eine Ermutigung: Es ist noch nicht zu spät! Ihr könnt noch etwas tun!

Schritt 1: Setzt Euch in Ruhe hin und denkt über die Ursachen der Krise nach.

Oftmals ist es so: Man streitet sich immer wieder über dieselben Themen. Höchste Zeit daher für eine gründliche Analyse!

Welche Themen sind dies? Was steckt dahinter? Denn oftmals ist es so: Diesen „oberflächlichen“ Themen liegen tiefere Ursachen zugrunde. Seid Euch dessen bewusst! Und schaut umso genauer hin…

Zum Beispiel: Mein Freund und ich steckten in dieser großen Krise. Einige Zeit haben wir das (mehr oder weniger erfolgreich) verdrängt. Wir wollten uns nicht damit beschäftigen. Wir hatten schon genug Stress im Alltag!

Bis wir merkten: Immer häufiger geraten wir in Streit. Aus manchmal ganz banalen Gründen: Weil er die Wäsche nicht aufgehängt hatte. Weil ich die Butter beim Einkaufen vergessen hatte. Etc. (und glaube mir: Auslöser gibt es genug, wenn man sie finden will.)

 

Aber das verstärkte die gereizte Stimmung zwischen uns noch. Wir waren durch unseren Job damals ohnehin schon ziemlich gestresst. Diese Streitereien waren irgendwie auch ein Ventil, um diesen Stress raus zu lassen.

Doch das war uns lange Zeit nicht bewusst. Erst allmählich kamen wir dahinter. Dass wir den Streit in gewisser Weise suchten.

Als uns das bewusst wurde, konnten wir umso besser damit umgehen. Wir nahmen uns beide in der Hinsicht etwas zurück. Achteten mehr darauf, den Ärger über die anstrengende Arbeit /vor allem über die Chefs, die zu viel verlangten (und selbst manchmal nicht wussten, was sie wollten), da zu halten, wo er auch hin gehörte: in der Arbeit nämlich.

Das hat so viel bewirkt! Und einiges an Druck heraus genommen.

Schritt 2: Blockiert anbahnende Streits direkt und deeskaliert sie.

Einmal mehr steuert Ihr direkt auf einen Streit zu? Einer, der wieder einmal böse enden könnte? Mit Tränen, mit zuknallenden Türen nämlich?

Haltet inne! Und stoppt den Streit!

  • Werdet Euch der Situation bewusst.
  • Der Gefahren, die jetzt auftreten können.
  • Setzt Euch vielmehr hin.
  • Nehmt einen tiefen Atemzug.
  • Und sucht nach einer gemeinsamen Lösung. In ruhigem Ton!

Schritt 3: Schreibt Eure Lösungen auf und erstellt einen Plan.

Setzt Euch hin – zusammen ist natürlich am besten! Erstellt einen gründlichen und ausführlichen Plan, wie Ihr zusammen aus dieser Situation heraus kommen könnt.

Gerne kann sich jeder von Euch beiden auch im Vorfeld allein hinsetzen. Und sich Lösungen überlegen. Danach könnt Ihr Eure Ansätze vergleichen. Und zusammen einen Kompromiss finden.

WICHTIG:

Ihr solltet wirklich bewusst über alles nachdenken. Euch Fragen stellen wie: „Was könnte passieren, wenn wir ab jetzt Problem a.) über Lösung y.) angehen?“.

Je konkreter Ihr Euch das vorstellt, umso besser! Horcht dabei immer wieder in Euch hinein: Könnt Ihr mit dieser Vorstellung leben? Wie fühlt es sich für Euch an? Tut nichts, womit Ihr nicht leben könnt! (und das ohne Bauchgrummeln).

 

Zum Beispiel: Mein bester Freund hatte eine große Krise in seiner Beziehung. Denn beide waren damals an komplett unterschiedlichen Punkten. Sie träumte davon, mit ihm eine Familie zu gründen. Ein Haus zu bauen. (Sie wusste sogar schon, wo: auf dem Land nämlich). Er hingegen war noch längst nicht so weit. Er wollte auch weiterhin das „süße Leben“ genießen. Nicht diese Art der Verantwortung übernehmen.

Deshalb kam es immer häufiger zu Streit zwischen den beiden. Der Auslöser hatte oft gar nichts mit diesem Konflikt zu tun. Doch er überschattete alles! War einfach immer da.

Bis sich beide dessen bewusst wurde. Und sie sich wirklich hinsetzten, um einen Kompromiss zu finden. Wie dieser aussah? Er hatte von nun an einen festen Tag pro Woche für sich. Der gehörte nur ihm – bzw. seinen Kumpels, mit denen er ausging. Dafür verbrachte er die nächsten Tage dann mit seiner Freundin.

Und diese Lösung war für beide die richtige. Sie sind immer noch zusammen. Und glücklich miteinander…

Schritt 4: Seid bereit, Kompromisse einzugehen!

Klar: Kompromisse zu finden, ist nicht immer einfach. Doch manchmal schlicht und ergreifend notwendig.

Denn zu einer Beziehung gehören bekanntlich zwei. Und nur, wenn BEIDE zusammen an einem Strang ziehen, kann die Beziehung glücklich werden.

Und das bedeutet, dass man hin und wieder auch ein wenig nachgibt. Auf den Anderen ein- bzw. zugeht.

ABER: Das bedeutet NICHT, dass einer von Euch nun ständig zurück stecken muss. Nur, damit der Frieden gewahrt wird. Der Andere kann hingegen weiter sein Ding machen.

Nein! Das macht die Beziehung auf Dauer nicht glücklich. Geschweige denn besser. Und mindestens einer von Euch wird umso unglücklicher..

Schaut daher hin:

  • Was sind Eure jeweiligen persönlichen Grenzen?
  • Mit welchen Kompromissen könntet Ihr leben?
  • Nur so weit solltet Ihr auch gehen!
  • Und Euch bei all dem stets treu bleiben.

Schritt 5: Sucht das Gespräch mit dem Anderen.

Kommunikation, Kommunikation und Kommunikation – einmal mehr das Zauberwort. (Auch auf die Gefahr hin, Dich zu nerven.)

Sucht deshalb auch weiterhin das Gespräch. Wenn Ihr in der Hinsicht den Faden verloren habt: Hebt ihn auf und fangt an.

  • Ihr könnt Euch gerne gründlich auf diese wichtigen Gespräche vorbereiten.
  • Indem Ihr zum Beispiel festhaltet, was Euch während den letzten Tagen/ der letzten Woche an dem Anderen gestört hat. Was Ihr Euch von diesem gewünscht hättet, in dieser oder jener Situation.
  • Ihr könnt Euch vorab Lösungen überlegen. Und sie dem Anderen dann mitteilen.

Doch Achtung: Bitte seid auch hierbei wirklich fair. Lasst die Sichtweise des Anderen zu, habt Verständnis dafür. (siehe oben).

Schritt 6: Setzt die Lösungen um!

Mal ehrlich: Was nützen Euch die besten Theorien, wenn sie in der Schublade bleiben? Und dort Schimmel ansetzen? Eben!

Also: Wartet nicht mit der Umsetzung. Macht Euch gleich daran! Und damit meine ich nicht morgen, übermorgen oder nächste Woche. Denn jedes Hinauszögern kann die Situation verschlimmern… Und je eher Ihr handelt, umso besser stehen die Chancen für Euch als Paar.

Wie kannst Du Deine Beziehung auf Niveau 3 retten?

Fakt ist: All das Reden scheint nicht mehr zu helfen. Denn zwischen Euch beiden hat sich eine große, scheinbar unüberwindbare Kluft aufgetan.

Die Beziehung scheint am Ende zu sein. Ihr seid es einfach leid, das alles. Ihr seid müde. Resigniert: Bringt das alles überhaupt noch etwas? Wenn all die Anstrengungen bisher doch vergeblich waren?!?

 

Es muss noch nicht zu spät sein! Wenn Ihr die folgenden Schritte unternehmt…

Schritt 1: Geht zu einem Paartherapheuten!

Denn: Kommt Ihr beide alleine nicht weiter, kann eine dritte Person von außen helfen. Eine, die einen neutralen Blick auf die Situation hat.

Bitte spannt jetzt NICHT Freunde und Bekannte ein. Das wäre ihnen gegenüber zum einen unfair. Denn sie sind nun gewissermaßen gezwungen, Position zu beziehen. (Ganz abgesehen davon, dass die allerwenigsten wirkliche Erfahrung mit diesem Thema haben dürften. Fachliche zumindest nicht.)

Und zum Anderen neigen sie meist von Haus aus dazu, den Blickwinkel des Einen bzw. des Anderen einzunehmen. Von Neutralität kann daher keine Rede mehr sein! Und das hilft bei der Lösung der Krise nicht wirklich.

Gerade jetzt kann ein Therapeut helfen. Einer, der sich mit dieser Materie wirklich auskennt.

Zum Beispiel: Eine Bekannte steckte in einer ernsten Beziehungskrise mit ihrem Partner. Die Krise war bereits sehr festgefahren. Weil sie schon einige Monate bestand.

Klar, sie hatten zunächst probiert, das für sich alleine zu lösen. Aber sie kamen dabei nicht weiter. Weil sie dem Anderen immer wieder vorwarfen, die eigenen Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen. Nicht wirklich zuzuhören. Etc.

Die Krise verschlimmerte sich. Irgendwann wollte keiner von ihnen mehr zurück stecken. Auch aus Trotz.

Das wurde ihnen schließlich bewusst (zum Glück!!). Und sie gingen zu einem Therapeuten.

Allein schon dieser Entschluss nahm viel Druck aus der Sache. Und die Sitzungen waren ziemlich erfolgreich. Beide erkannten nämlich sehr, sehr vieles. Und auf diese Weise konnten sie, in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten, bestimmte Verhaltensmuster erkennen. Und diese ändern.

Schritt 2: Klappt das nicht: Vereinbart eine räumliche Trennung.

Ihr habt das Gefühl, dass Ihr in der Beziehung keine Luft mehr zu Atmen habt? Dass Ihr förmlich erstickt? Dann geht auf Distanz! Und vereinbart eine Trennung auf Zeit.

  • Vielleicht kann einer von Euch vorübergehend bei Freunden oder der Familie unterkommen.
  • Findet da eine gute Lösung!

Und nutzt diesen Abstand. Um Folgendes herauszufinden: „Wie sehr fehlt Euch der Andere? Was bedeutet sie/er mir noch? Wie wichtig ist die Beziehung für mich?“

Warum es dafür eine räumliche Trennung braucht? Nun, weil der Abstand nicht selten dazu führt, dass man klarer denken kann. Dass man sieht, was man an dem Anderen hat. Denn dieser ist nun nicht mehr ständig verfügbar. (und damit umso wertvoller).

Hinweis:

Die Trennung auf Zeit stellt oftmals die letzte Lösung in diesem Zusammenhang dar! Vielleicht erscheint sie Dir im ersten Moment ziemlich heftig. Vielleicht scheust Du instinktiv davor zurück.

Doch denke daran: Ihr habt so viel in letzter Zeit probiert. Das alles hat nicht geklappt. Das allein sollte schon eine gewisse Motivation darstellen! (und diese Trennung auf Zeit bedeutet ja nicht, dass Ihr für immer auseinander geht.)

Schritt 3: Findet wieder zu Euch selbst.

Denn nicht selten hat man sich selbst, die eigenen Bedürfnisse im Zuge dieser Krise ein wenig aus den Augen verloren. Umso wichtiger ist es daher, in sich selbst hinein zu horchen!

Und das alles, was gerade passiert ist, zu verarbeiten. So kann man neue Lösungen und Perspektiven erkennen.Zu einer guten und passenden Entscheidung für sich selbst gelangen.

Schritt 4: Wartet erst einmal ab und arbeitet an der eigenen Kompromissbereitschaft.

Sucht jeder für Euch nach Lösungen. Nach Lösungen, mit denen Ihr leben könnt.

Macht dem Anderen dann diese Vorschläge. Und schaut, wie die Reaktion ist.

  • Gebt einander dafür ruhig ein wenig Zeit.
  • Schließlich muss man erst einmal gründlich über alles nachdenken!
  • Seid auch weiterhin so verständnisvoll wie möglich.
  • Seid bereit, auch die Sichtweise des Anderen anzuhören, diese bis zu einem gewissen Grad anzunehmen. Das würdet Ihr Euch schließlich auch von dem Anderen wünschen!
  • Geht an all das möglichst lösungsorientiert heran.

Und arbeitet dabei an der eigenen Kompromissbereitschaft. Doch wie gesagt: Bestimmte Grenzen sollten dabei nicht überschritten werden! Ihr solltet gleich viel investieren!

Schritt 5: Seid bereit, Euch weiter zu entwickeln.

Doch das eben gemeinsam, als Paar. Ihr beide sollt aneinander wachsen. Und miteinander! Das ist das Optimale in dieser Hinsicht!

  • Geht also auch weiterhin aufeinander zu.
  • Setzt Euch zusammen, immer wieder.
  • Macht Euch bewusst, dass der Andere nicht selbstverständlich ist.
  • Dass seine Liebe ein wertvolles Geschenk ist.

 

Und was, wenn das nicht klappt?

Wenn:

  • es immer wieder zu Streits kommt?
  • Keine Kompromissbereitschaft vorhanden ist?
  • Keine Verhaltensänderung stattfindet?

Dann…

solltet Ihr es so akzeptieren. Und die Konsequenzen ziehen. Die Beziehung beenden, in diesem Fall. Denn mal ehrlich: Wenn nur einer bereit ist, an sich zu arbeiten, zu investieren, dann macht das Ganze keinen Sinn. So einfach ist es manchmal!

Mein Fazit zum Thema

Es kann immer mal wieder zu Krisen in einer Beziehung kommen. Manchmal ziehen diese vorbei. Ohne dass beide größere Schäden davon tragen.

Doch manchmal kann sich diese Krise auch verschärfen. Und je länger man nichts tut, umso größer wird sie auch!

Umso wichtiger ist daher, die aktuelle Situation gründlich zu analysieren. Zu erkennen, wie groß und wie stark die Krise eigentlich ist.

Je länger man nämlich nichts tut, umso anstrengender, langwieriger und härter wird das Ganze. Immer stärkere Maßnahmen werden gefragt sein! Wollt Ihr es wirklich darauf ankommen lassen? Eure Beziehung auf diese Weise auf die Probe stellen?!?

Hoffentlich nicht! Setzt Euch daher hin. Zusammen mit dem Anderen. Schaut, wo Ihr beide gerade steht. Wie groß Eure Krise ist. Ergreift dann die passenden Maßnahmen. Überprüft, wie diese Maßnahmen greifen, wie erfolgreich sie sind. Und zieht dann die jeweiligen Konsequenzen, die sich aus all dem ergeben!!