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Ghosting – was tun – umgehen und richtig reagieren

Ghosting – was tun, wie damit umgehen und reagieren?

Du bist gerade Opfer von Ghosting geworden? Doch wie sollst Du Dich nun weiter verhalten? Macht eine Reaktion Sinn? Was ist die beste Lösung?

Fragen über Fragen. Die hier beantwortet werden sollen: (ich gebe zumindest mein Bestes):

1) meine Schritt für Schritt Anleitung

2) Warum Du besser nicht auf Ghosting reagierst

3) Warum man eigentlich ghosted (mögliche Gründe)

4) mein Fazit zum Thema

Ghosting, was tun? Meine Schritt für Schritt Anleitung

Ghosting kann einen ziemlich mitnehmen. Umso wertvoller, wenn man genau weiß, was nun zu tun ist! Schritt für Schritt…

Schritt 1 –stelle sicher, dass nichts Schlimmes passiert ist

Theoretisch ist es möglich, dass ihm oder ihr etwas Schlimmes passiert ist. Dass es einen Unfall gab zum Beispiel. Dass es einen anderen Grund gibt, warum er oder sie nun so plötzlich von der Bildfläche verschwunden ist. Ein Grund, der nichts direkt mit Dir und der Beziehung zu tun hat.

Finde das erst einmal heraus. Zum Glück gibt es da ja die sozialen Netzwerke. Schaue daher ruhig mal nach, ob sich bei ihm oder ihr auf Facebook und Co was tut.

Zwar zeigen die Erfahrungen eines sehr deutlich: In 95 % der Fälle wird nichts Schlimmes vorgefallen sein. Aber diese Möglichkeit ausschließen sollte man doch…

Schritt 2: Gehe auf Abstand!

Das ist jetzt das Wichtigste. Warum? Weil Du so wieder zu Dir selbst findest. Weil Du Dir selbst und Deinen Gefühlen die Gelegenheit gibst, sich zu beruhigen.

Das wird aber nur dann gelingen, wenn Du auf Abstand gehst. Und ihm oder ihr eben NICHT ständig hinterher schreibst. Ihn oder sie nicht anrufst. Solche Aktionen bringen jetzt rein gar nichts. Im Gegenteil: Sie machen alles nur noch schlimmer.

Schritt 3 – Kümmere Dich um Dich selbst!

Und zwar, indem Du an Deiner persönlichen Weiterentwicklung arbeitest. Das geschieht, indem Du:

Die richtige Einstellung entwickelst:
Du bist jemand. Eine wertvolle, einzigartige Person. Die ihre ganz besonderen Talente und Eigenschaften hat.

Du hast es in der Hand, ein richtig schönes Leben zu führen. Das zu tun, das DIR Spaß macht. Und so weiter.

Es gibt bestimmte Dinge, die Du in Deinem Leben erreichen willst. Was ist das in Deinem Fall? Und wie kannst Du es schaffen?

Ganz ehrlich: Es bringt Dir jetzt sehr viel mehr, Dich mit diesen Themen zu befassen. Und Dir Deinen eigenen Wert vor Augen zu führen. Denn wie gesagt: Du bist wer. Und Du hast es gar nicht nötig, Dich mit so erbärmlichen Typen, die sich feige aus dem Leben schleichen, abzugeben. Das hast Du schlicht und einfach nicht nötig!

.. und die falsche Einstellung ablegen:
Ich verrate Dir auch die Strategie fürs Unglücklich sein: Sich ständig zu fragen „Warum? Warum musste das mir passieren? Schon wieder? Habe ich die Liebe einfach nicht verdient?“ und so weiter…

Du ahnst vielleicht schon, worauf ich hinaus will: Wer sich solche Fragen stellt, der zieht sich selbst nur noch weiter runter. Der versinkt in Selbstmitleid. Und gibt sich selbst auch ein wenig auf.

Die Folge: Das Gefühl, umso mehr von dem Anderen abhängig zu sein, wächst. Das Gefühl, jemanden zu brauchen, unbedingt. Egal, wie mies der einen behandelt. Das macht auf Dauer nicht wirklich glücklich…

Schritt 4 – Setze Deine Erkenntnisse in die Tat um

Du hast nun – hoffentlich – so einiges gelernt. Doch was nützt Dir das gesammelte Wissen, wenn Du es nicht umsetzen kannst? Wenn Du zwar viel weißt – aber es dabei auch belässt?

Da hilft nur eines: Schritt für Schritt alles umzusetzen! Und zwar nicht erst morgen, in drei Wochen, wenn dieses oder jenes Projekt vorbei ist. Nein: JETZT!

Fange gleich damit an!

Und warte nicht weiter. Das geht nur auf Kosten Deiner Lebenszeit.

Denke nicht groß darüber nach. Analysiert hast Du schließlich schon zur Genüge. Du weißt alles. Nun ist Tatkraft gefragt!

Du wirst das schaffen. Denn in Dir ist so viel Stärke! So viel mehr, als Du jetzt vielleicht denkst. Glaube an Dich – andere tun das schließlich auch!

Ghosting was tun? Warum keine Reaktion manchmal die beste Lösung ist

Einfach still die Hände in den Schoß legen? Der Gedanke kommt Dir vielleicht komisch vor. Doch kann er teilweise sehr viel Sinn machen…

Also: Fange nicht gleich an, dieses oder jenes zu tun. Sondern führe Dir mal ein paar Dinge vor Augen:

1.) Wenn jemand wirklich etwas will, dann setzt er sich dafür ein

Das ist einfach so. Wir können an nichts anderes mehr denken als an diese Person. Als an dieses oder jenes Ziel. Ein Leben ohne ihn/ sie? Unmöglich!

Und genau deshalb sind wir auch bereit, alles dafür zu tun. Na gut, fast alles. Wir sind beflügelt. Wir sind fast schon getrieben von diesem Ansporn. Und kein Weg scheint zu weit zu sein…

Nicht antworten ist auch eine Antwort

Umgekehrt bedeutet das natürlich auch: Dieses Schweigen, dieses Nicht-Antworten, das ist auch eine Form von Antwort. Und ein Indikator dafür, wie es auf seiner oder ihrer Seite mit den Gefühlen aussieht.

Nicht sonderlich gut, um es offen und ehrlich zu sagen. Da will ich Dir gar nichts vormachen. Und es bringt reichlich wenig, da noch Träumen hinterher zu laufen, Träumen, die längst zerplatzt sind.

Ja, das tut weh. Vor allem in diesen ersten Momenten. Schließlich war (und ist) von Deiner Seite aus gefühlsmäßig einiges im Spiel.

Sehe der Situation ins Auge.

Aber es ist wichtig, der Situation ins Auge zu sehen. Sonst wirst Du nur noch länger leiden. Stunden am Telefon, am Handy verbringen. In der stummen Hoffnung, dass er oder sie sich vielleicht doch noch bei Dir meldet. (und glaube mir: ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm das ist. Und dass der Andere dann garantiert nicht anruft. Wie enttäuscht, wie leer man sich danach fühlt…)

Nein, um es offen und ehrlich zu sagen: Solch ein Verhalten bringt Dich überhaupt nicht weiter. Du wirst Dich nur noch weiter runter ziehen. Und Deinen Kummer verschlimmern. So einfach ist das.

2.) Gebe manchen Gefühlen nicht nach

Wut. Verzweiflung, Trauer. Hass. Betteln, Schimpfen. Hoffen. Zu all diesen Gefühlen, zu all diesen Aktionen sind wir nun, in dieser Ausnahmesituation, verleitet. Kein Wunder, kommen doch gerade jetzt so viele Emotionen in uns hoch!

Doch macht es auch Sinn, diese Emotionen wirklich auszuleben? Ihnen nachzugeben?

Warum Du manchen Gefühlen nicht nachgeben solltest

Nein!!! Für einen kurzen Moment mögen sie vielleicht Erleichterung bringen. Doch dann verpufft ihre Wirkung. Und wir bleiben leer und erschöpft zurück.

Mit dem Gefühl, dass all unser Bemühen eigentlich gar nichts gebracht hat. Außer, dass wir unsere Energie und unsere Lebenszeit verschwendet haben. Für nichts und wieder nichts. Auch das ist jetzt nicht die schönste Erkenntnis auf Erden…

3.) Nehme die Hilfsangebote an

… die Du nun bekommst. Von Seiten Deiner Freunde. Von Deiner Familie. Vielleicht von Ecken bzw. Personen, an die Du vorher gar nicht gedacht hattest. (Das ist dann oftmals umso schöner. Zu sehen, wer eigentlich da ist in der Krise.)

Denn Hilfsangebote, die gibt es. Und immer noch ein bisschen mehr als man zunächst denkst.

Vielleicht hast Du Deine Lieben ein wenig vernachlässigt – eben wegen der Beziehung. Aber: Wenn es sich um echte, um wahre Freundschaft handelt, dann haben sie auch dafür Verständnis.

Und: Dann wollen sie Dir gerade jetzt helfen. Dann sind sie fast sogar froh, gerade jetzt an Deiner Seite zu sein.

Doch komme auf sie zu und vertraue Dich ihnen an.

Das Angebot zu machen, das ist das Eine. Doch braucht es nun mal auch eine gewisse Initiative von der anderen Seite aus. Nämlich: Sich dem anderen anzuvertrauen. Offen und ehrlich von der eigenen Situation zu erzählen.

Das ist im ersten Moment vielleicht ein wenig schwer. Komisch auch: sich gewissermaßen vor den Anderen zu entblößen (das fällt mal mehr, mal weniger schwer). Doch: Es tut so gut. Und gibt Dir wertvolle Kraft und Energie…

Halte Dich daher jetzt an genau die Leute, die für Dich da sind! Bei denen Du Dich wohlfühlst. Denen Du nichts vorspielen musst. Das ist jetzt das Beste, was Du für Dich tun kannst! (und nebenbei erkennst Du, wer noch an Deiner Seite bleibt).

4.) Lenke Dich hin und wieder ab

Mal ehrlich: Wer hat schon Lust, sich die ganze Zeit, 24 Stunden am Tag, mit IHM oder IHR, dem Ghosting auseinander zu setzen? Mir fällt da keiner ein…

Obwohl das Thema ein sehr großes ist. Obwohl man sich eigentlich die Ganze Zeit fragt: Warum? Was steckt dahinter?

Warum Ablenkung teilweise so wichtig ist

Klar, diese Fragen sind da. Doch: Du wirst sie niemals zu 100 % beantworten können. Du wirst niemals völlige Gewissheit haben, warum er oder sie sich so verhalten hat. Denn jeder hat da seine eigene Sicht auf die Dinge…

Und: Du machst Dich nur selbst verrückt, wenn Du Dich so auf diese Frage versteifst. Wenn es gar nichts anderes mehr gibt in Deinem Leben.

Du wirst nicht weiterkommen. Nicht mit Dir, mit Deinem Leben. Nicht mit dem Beantworten dieser Fragen. Irgendwann dreht man sich nur noch im Kreis. Zumal manche Erkenntnisse einfach erst nach einigen Tagen, Wochen, Monaten zu einem „kommen“: Doch sie kommen dann zu einem. Fliegen einem in gewisser Weise zu. Erzwingen können wir das nicht….

Und wie sich ablenken?

Genau dann, wenn sich alles wieder im Kreis dreht, ist Ablenkung angesagt. Hier ein paar Vorschläge:

  • Mache Sport.
  • Gehe überhaupt vor die Tür.
  • Rufe jemanden an.
  • Nimm eine heiße Dusche.
  • Schaue einen schönen Film an.
  • Höre laut Musik.
  • Mache etwas Kreatives.
  • Etc.

Auch eine kleine Luftveränderung kann Wunder wirken. Zum Beispiel, indem Du Deine Koffer packst und weg fährst. Wenn es Dir Zeit und Budget erlauben, versteht sich.

Warum also nicht mal nach Barcelona fahren? Über ein Wochenende, einfach so? Oder ein Wellness Tag einlegen? In einem richtig schönen Hotel, zusammen mit der besten Freundin? Wie wäre es mit einem Kanutrip gemeinsam mit der Clique? Oder mal wieder die Familie besuchen? Du siehst: Es gibt so einige Möglichkeiten.. Möglichkeiten, die Dich sehr schnell auf andere Gedanken bringen. Und dafür sorgen, dass Du einfach eine gute Zeit hast….

Was sind Ghosting Gründe?

Stellt sich nun die Frage: WARUM ghosted man eigentlich? Welche Gründe stecken dahinter?

Nun: ZU 100 % wirst Du es vermutlich niemals sagen können. Schließlich kannst Du in den Anderen nicht hinein schauen… Wirkliche Gewissheit wirst Du also vermutlich nicht bekommen.

Doch eines habe ich aus meiner langen und intensiven Beschäftigung mit dem Thema gelernt: Häufig stecken die folgenden sechs Gründe dahinter:

Ghosting Grund 1: Ich will Dir zeigen, wie viel Macht ich über Dich habe.

Und mir selbst gleich auch noch mit dazu (sowie alle anderen Leute, die das vielleicht interessieren könnte). Nicht sehr schmeichelhaft, so benutzt zu werden, oder? Vor allem, wenn er oder sie dann noch ein leichtes Spiel mit Dir hat…

Dieser Grund kommt aber leider recht häufig vor. Vor allem bei Narzissten. Oder bei Personen, die narzisstisch veranlagt sind. Diese Personen genießen es regelrecht, die Kontrolle über andere zu haben. Und je mehr, desto besser! Das Ghosting ist für sie eine willkommene Möglichkeit hierzu. Und Du bist sozusagen nur Mittel zum Zweck… so hart sich das vielleicht an dieser Stelle anhört.

Ghosting Grund 2: Ich bringe das jetzt zu Ende – und zwar um jeden Preis.

Schließlich habe ich es so angekündigt…. Oder mir selbst vorgesagt. Das denkt derjenige, der ghosted. Und der hat häufig eine ganz bestimmte Vorstellung von sich selbst. Jene nämlich eines Machers, eines Alpha Tieres. Das alles durchzieht, was es einmal begonnen hat.

Selbst, wenn der Plan nicht unbedingt der beste war (um es einmal diplomatisch auszudrücken.) In Deinem Fall bedeutet dies: Er oder sie ist konsequent, was das spurlose Verschwinden angeht. ER oder sie zieht es also komplett durch, vom Anfang bis zum Ende. Und denkt nicht großartig darüber nach, was das für Dich bedeutet. Wie Du Dich dabei fühlen könntest. Warum sollte er oder sie das überhaupt tun?!?

Ghosting Grund 3: Ich brauche (Deine) Aufmerksamkeit!

Ghosting kann auch ein Schrei nach Aufmerksamkeit, nach Zuwendung sein. Denn vielleicht fühlte er oder sie sich nicht ausreichend von Dir beachtet. (Das ist besonders bei Personen der Fall, die Probleme mit sich selbst haben. Die mit einem schwachen Selbstwertgefühl zu kämpfen haben.. Denn diese Personen sind umso abhängiger von der Aufmerksamkeit, von der Zuwendung von außen…)

Doch das Tückische dabei ist: Je schwächer das Selbstwertgefühl, umso mehr Liebe und Zuneigung braucht es auch. Doch kann derjenige das auch glauben? Nein! Denn er oder sie denkt insgeheim: „Das habe ich eigentlich gar nicht verdient.“ Dennoch erwartet er/ sie es vom anderen – ja, so verquer können wir Menschen manchmal sein.

Vielleicht hast Du aber tatsächlich die Beziehung ein wenig vernachlässigt. In der letzten Zeit zumindest. Dafür bekommst Du nun sozusagen die Quittung. Und wirst geghosted….

Ghosting Grund 4: Mir ist so ziemlich alles egal.

Mit dieser Grundeinstellung geht er oder sie durchs Leben. Auch das sagt so einiges über seinen oder ihren Charakter aus, nicht wahr?

Andere Menschen, deren Gefühle: Das alles wird erst einmal nicht großartig beachtet. Es ist schlicht und ergreifend nicht wichtig genug! Empathie und so weiter? Fehlanzeige, zumindest bei diesen Personen! Die dann gerne mal einfach so von der Bildfläche verschwinden. Und den Anderen sehr, sehr ratlos zurück lassen….

Ghosting Grund 5: Es gab vorher Gewalt und Übergriffe.

Hoffen wir an dieser Stelle mal, dass das nicht Dir passiert ist. Denn Opfer von Gewalt zu werden, das ist echt ziemlich hart! Leider aber kommt es immer wieder vor.

Wem das passiert, der will natürlich nicht seinem Täter wieder unter die Augen kommen. Deshalb finde ich, dass Ghosting in diesem Fall sehr verständlich ist. Und auch verzeihlich. Denn auf diese Weise schützt man sich gewissermaßen selbst…

Ghosting Grund 6: Mich hat das alles überfordert.

Es war alles zu viel. Die Beziehung. Der Andere, sein oder ihr Verhalten. Dessen/ deren Ansprüche. Und so weiter.

Vielleicht gab es vorher auch einen Betrug. Es lagen Verletzungen vor, emotionaler Art. Oder etwas Anderes – wie etwa externe Einflüsse. Die die Beziehung zu einem wahren Spießrutenlauf gemacht haben (zumindest für den, der später ghosted).

Fakt ist: Der oder die Ghoster/In fühlte sich überfordert. Und ist Hals über Kopf gegangen. Hat die Flucht ergriffen. Genau so könnte man es sagen!

Ghosting Grund 7: Ich habe Bindungsangst.

Und zwar eine Angst, die sehr, sehr tief sitzt. Kaum wird die Beziehung enger, zieht derjenige sich zurück. Kaum öffnet sich der Partner, die Partnerin: Der Andere geht auf Distanz. Weil er es emotional nicht aushält. Weil er Angst vor Nähe hat.

Vielleicht, weil eine generelle Angst vorliegt. Davor, verletzt zu werden. Davor, verlassen zu werden. Dies kann auf Erfahrungen und Erlebnisse in der Kindheit zurück zu führen sein. Etwa, als man damals die heftige Scheidung der Eltern hautnah mitbekam. Und darunter sehr, sehr gelitten hat. Oder andere Erinnerungen kommen hoch. Wie es damals war, von der damaligen Liebe seines Lebens verlassen worden zu sein…

Das soll ja nicht noch einmal passieren! Und deshalb geht man lieber, still und heimlich. Um sich vor diesen möglichen Szenarien zu schützen…

Du weißt nun über die möglichen Ghosting Gründe Bescheid. Doch gibt es eigentlich Warnsignale? Die darauf hindeuten, dass es bald zu Ghosting kommen kann? Die gibt es! Und die wollen wir uns in dem nächsten Kapitel ein wenig genauer ansehen…

Kannst Du Ghosting rechtzeitig erkennen? 10 Warnzeichen

Ganz ehrlich: Es ist nun wirklich nicht die feine Art, ohne jede Erklärung, ohne die kleinste Ankündigung vorher einfach zu verschwinden. Das zeugt nicht wirklich von Charakter.. Vor allem, wenn die Beziehung oder das, was zwischen Euch war, einigermaßen fortgeschritten war. Wenn schon Emotionen und Bindungen mit im Spiel waren…

Doch in gewisser Weise kannst Du Dich vor Ghosting auch schützen. Indem Du Dich wappnest! Und auf bestimmte Warnsignale achtest. Je mehr davon zusammen kommen, umso wahrscheinlicher ist es: Er oder sie wird bald ohne einen Ton aus Deinem Leben verschwinden…

Doch welche Warnzeichen sind das? Die folgenden!

Warnsignal 1: Er oder sie ist sehr unverbindlich.

Und will sich einfach nicht festlegen. Das ging schon von Beginn an so! Niemals hat er oder sie sich klar zu Dir, zu Euch als Paar bekannt. Und überhaupt ist es so: Er oder sie scheint sich gerne das ein oder andere Hintertürchen offen zu halten. Festlegen? Fehlanzeige! Unverbindlichkeit scheint vielmehr sein oder ihr zweiter Vorname zu sein…

Das geht schon im Kleinen los. Etwa, wenn Du Pläne für das gemeinsame Wochenende schmiedest. Wenn Du mit ihm oder ihr eine Reise unternehmen möchtest. Er oder sie redet sich immer gerne heraus. Vertröstet Dich. Und überhaupt: Wann lernst Du eigentlich mal seine oder ihre Familie, die Freunde kennen?!?

Warnsignal 2: Er oder sie denkt auf bestimmte Art und Weise.

Das wird Dir vor allem dann deutlich, wenn Ihr beide über Eure Vorstellungen und Ziele im Leben sprecht. Was Ihr eigentlich persönlich für Euch erreichen wollt. Werte wie vertrauensvolle und möglichst lange Partnerschaft scheinen in seinem oder ihren Wertesystem einen Platz zu haben. Das gilt auch für Loyalität und Verlässlichkeit. Das scheinen fast schon Fremdwörter für ihn oder sie zu sein! Oder einfach nicht so wichtig…

Stattdessen kommt er oder sie Dir vor wie ein Schmetterling. Der unstet von einem Ort zum nächsten flattert… Anfangs mag das ja noch recht abwechslungsreich und amüsant sein. Doch auf Dauer….

Warnsignal 3: er oder sie ist generell sehr verschlossen.

Und eher introvertiert. Mag sein, dass er oder sie sich jemandem anvertraut – Du bist es jedoch nicht! Und wenn Du so darüber nachdenkst: Eigentlich kennst Du ihn oder sie gar nicht so gut. Du weißt nicht, was ihn oder sie gerade bewegt. Weißt nicht um seine/ ihre Gedanken, Gefühle, Erwartungen und Bedürfnisse….

Warnsignal 4: Er oder sie vermeidet gerne Konflikte.

Und nimmt gerne Reißaus, bevor es vielleicht, wahrscheinlich zum Streit kommen könnte. Dahinter kann eine große Sehnsucht nach Harmonie stecken. Eine generelle Angst vor Konflikten.

Immer, wenn es dazu kommen könnte, wenn unterschiedliche Ansichten bezüglich eines Themas herrschen: Dann zieht er oder sie sich zurück. Macht dicht, anstatt sich zu erklären. Und geht einfach seinen oder ihren Weg weiter, ohne Rücksicht auf Konsequenzen…

Warnsignal 5: Er oder sie zieht sich zurück.

Ihr habt doch einmal Streit? Oder seid einfach verschiedener Meinung? Dann bestraft er oder sie Dich in gewisser Weise. Und zwar, indem er oder sie auf Distanz geht. Und wortlos sein oder ihr Ding macht. Das kann über Tage hinweg so gehen!

Warnsignal 6: Er oder sie ist ziemlich egozentrisch.

Alles dreht sich nur um ihn oder sie. Klar, jeder ist der Mittelpunkt seiner persönlichen Welt. Doch bei ihm oder ihr geht das noch weiter: Alles wird auf sich selbst bezogen. Alles – sowohl das Positive als auch das Negative! (Was auch wieder so einiges über den Charakter aussagt…). Er oder sie reagiert also teilweise sehr sehr empfindlich…. Ohne dass das Umfeld eine solch heftige Reaktion vielleicht verstehen und nachvollziehen kann.

Warnsignal 7: Er oder sie ist einfach nicht empathisch.

Und kann sich nur schwer in andere hinein versetzen. Er oder sie scheint emotional eher ein Holzklotz zu sein. Die Gedanken und die Gefühle anderer? Tja, ganz schwieriges Thema! Beziehungsweise unbekanntes Terrain.

Warnsignal 8: Er oder sie neigt generell zum Lügen.

Kleiner Baron oder kleine Baronin Münchhausen: Dieser Herr hatte nämlich auch so einen Hang zum Lügen.

Klar, das ist jetzt nicht wirklich souverän. Denn anstatt dazu zu stehen, wenn man etwas falsch gemacht hat, wenn man einen Fehler begangen hat, greift man zur Lüge. Um sich selbst in einem besseren Licht dar zu stellen. Eigentlich ist das gar nicht nötig! Denn diese Masche wird immer wieder angewandt. Auch in „kleinen“ Situationen, die es eigentlich gar nicht wert wären. Doch hat es sich so eingeschlichen… es ist also ein gewisser Automatismus!

Und irgendwann weiß die Umgebung gar nicht mehr, was eigentlich Sache ist. Man vertraut dieser Person nicht mehr. Und das zu Recht…

Warnsignal 9: Ihm oder ihr mangelt es an Einsicht.

Stichwort fehlendes Unrechtsbewusstsein. Er oder sie sieht schlicht und einfach nicht ein, dass er/ sie einen Fehler gemacht hat. Und will das auch gar nicht sehen.

Denn: Was er oder sie macht, das ist richtig. Punkt. Warum darüber nachdenken? Geschweige denn diskutieren? Wenn das immer und immer wieder vorkommt, kann es schwierig werden… (Klar, dieser Grund alleine reicht nicht für Ghosting aus. Doch in Kombination mit anderen Warnsignalen kann es ernst werden…)

Warnsignal 10: Er oder sie investiert nicht(s).

Weder in die Partnerschaft. Noch generell. Denn: Für ihn oder sie ist der Weg des geringsten Widerstandes der bequemste. Und der einzige! Das kannst Du in ganz unterschiedlichen Situationen erkennen.

Denn wann immer ein wenig Biss und Einsatzvermögen gefragt sind: Dann nimmt er oder sie Reißaus. Und lässt es lieber ganz sein, Schließlich könnte er oder sie sich ja überanstrengen….)

Und deshalb ist es nicht so unwahrscheinlich: Wenn er oder sie Probleme zwischen Euch spürt oder sieht: Dann bricht er oder sie plötzlich den Kontakt ab.

Wie tickt eigentlich jemand, der Ghosting betreibt?

Du hast aus dem obigen Kapitel vielleicht schon gesehen: Bestimmte Typen neigen besonders dazu, später zum Ghosting zu greifen. Und je mehr dieser oben genannten Eigenschaften zusammen kommen, umso höher auch die Gefahr…

Bestimmte Eigenschaften sind nur mangelhaft bis gar nicht vorhanden.

Und zwar Eigenschaften wie soziale Kompetenz, die Fähigkeit, zu kommunizieren (und das auf die richtige Art und Weise.) Die Fähigkeit, eine Bindung einzugehen. Die Fähigkeit, sich wirklich auf die Beziehung, auf den Anderen einzulassen. Und diesen in sein Herz zu schließen.

Es hat oftmals nichts direkt mit der Beziehung zwischen Euch beiden zu tun.

Sondern mit seinem oder ihrem Charakter! Deshalb bist Du, ist das, was zwischen Euch ist, nicht direkt gemeint. Es hätte genauso gut auch jemand anderen treffen können! Wenn man es ganz lapidar ausdrückt: Du warst einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

Er oder sie kann sehr gut verdrängen.

Der erste Schritt ist getan: Er oder sie hat den Kontakt abgebrochen. Und ist ohne einen Ton zu sagen, aus Deinem Leben verschwunden.

Das zu tun, ist das eine. Die andere Sache ist die: Das alles muss nun auch „durchgezogen“ werden. Dabei hilft ihm oder ihr die (gut ausgeprägte) Fähigkeit, zu verdrängen. Das alles auch auszusitzen.

Je nach „Übung“ wird ihm oder ihr dies leichter fallen. Der erste Tag, der zweite: Die sind vielleicht noch ein wenig hart. Doch nach dem dritten Tag wird es immer leichter, sich nicht bei dem Anderen zu melden. Das alles weg zu schieben: Die Gedanken an ihn oder sie. Den Gedanken daran, wie es ihm oder ihr gehen könnte. Und so weiter…

Er oder sie macht sich die Situation noch schlimmer.

Was ich damit meine? Er oder sie denkt vielleicht daran: Wenn er oder sie jetzt doch noch Kontakt aufnimmt, dann muss er oder sie sich erklären. Warum er oder sie so gehandelt hat.

Vielleicht muss er oder sie sich den Tränen, dem Schmerz des Anderen stellen. Den Vorwürfen. Es kann zu unangenehmen Fragen kommen. Zu anstrengenden Diskussionen. (und seien wir mal ehrlich: Das hätte er oder sie auch verdient).

Sich dem auszuliefern? Nein! Deshalb lieber auf diese Form der Vermeidung setzen. Deshalb lieber den Konflikt nicht wirklich austragen. Sondern den Anderen einfach vor vollendete Tatsachen stellen…. Und ohne Erklärung einfach verschwinden.

Warum die gesellschaftliche Entwicklung Ghosting begünstigt

Wie gesagt kommt es vor allem auf den jeweiligen Charakter an. Ob jemand tendenziell zu Ghosting neigt. Zu diesem drastischen Mittel greifen wird, früher oder später.

Doch Fakt ist auch: die derzeitige gesellschaftliche Entwicklung begünstigt dies. Das bestätigen auch Experten: Besonders durch die Dating Apps, durch die Online Plattformen ist die Hemmschwelle für Ghosting einfach geringer.

Grund 1: Die Beziehungen werden immer unverbindlicher.

Man will sich nicht mehr vollkommen auf den Anderen einlassen. Sich nicht mehr lebenslang an den Anderen, an eine bestimmte Person überhaupt, binden. Denn es könnte ja immer noch jemand Besseres kommen…

Grund 2: Die Beziehungen werden oftmals schneller angefangen.

Wenn man von einer Beziehung überhaupt sprechen kann. Man geht „einfach“ mit dem Anderen ins Bett. Ohne großartig darüber nachzudenken. Man trifft sich immer wieder. Doch ohne sich offiziell zueinander zu bekennen.

Es passiert somit sehr viel schneller, eine Beziehung zu beginnen. Besonders, wenn das per Apps wie Tindr und Co geschieht. Es ist so einfach, nach links oder rechts zu wischen! Die Auswahl ist so groß! Und so weiter.

Und deshalb ist es auch leichter, die Beziehung (oder das, was zwischen beiden war) zu beenden. Der oder die nächste Kandidat/in ist schließlich nur einen Wisch entfernt…

Du hast nun sehr, sehr viel zum Thema Ghosting gelernt. Doch möchte ich Dir zum Schluss noch ein paar Zeilen mit auf den Weg geben. Keine Sorge: Soo viel zu lesen ist nicht mehr!

Mein Fazit zum Thema Ghosting:

Ghosting ist eine ziemliche – sagen wir – Herausforderung. Eine, die uns mitnimmt. Die uns beschäftigt. Und uns nicht selten vor manch unlösbares Rätsel stellt…

Doch ist es gerade jetzt so wichtig, sich um sich selbst zu kümmern. Bei sich selbst zu bleiben. Und sich eben NICHT ständig das Gehirn zu zermartern. Auf der Suche, unbedingt eine Antwort zu finden.

Denn in den meisten Fällen wird das nicht gelingen. Und dieses Verhalten sollte eigentlich schon Antwort genug sein… Denn mal ehrlich: wer sich so verhält, der stellt jetzt nicht seine Reife und Überlegtheit unter Beweis. Nein, der macht sich einfach still und heimlich aus dem Staub. Ob das fair und erwachsen ist? Rhetorische Frage, eigentlich!

Also: Lasse das Verhalten mal einfach so stehen. Gehe bewusst auf Abstand. Kontaktiere ihn oder sie nicht. Sondern fokussiere Dich darauf, wieder auf die Beine zu kommen. Das ist jetzt das Beste, das Du tun kannst!