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Was ist Liebeskummer?

Was ist Liebeskummer? – eine Frage, die Dich schon seit einiger Zeit beschäftigt? Was ist die genaue Definition dieser, sagen wir, schmerzhaften und sehr emotionalen Erfahrung? Was passiert dabei mit Dir, mit Deinem Körper?

Sehr, sehr spannende Fragen, wie ich finde! Zumal Liebeskummer ja etwas ist, das uns alle in der Regel im Laufe unseres Lebens erwischt. Irgendwann wird jeder von uns damit konfrontiert. Und leidet dann entsprechend…

…fragt sich vielleicht, was da eigentlich gerade mit ihm passiert. Zeit daher, ein wenig für Aufklärung zu sorgen! Und sich die Sache mal genauer anzuschauen.

Und das will ich tun, in diesem Beitrag. Wie ich genau dabei vorgehen möchte? Sieh selbst:

a) die Definition von Liebeskummer

b) was jetzt in Deinem Körper passiert

c) Welche Hormone dabei eine Rolle spielen


Was ist Liebeskummer eigentlich?

Liebeskummer. Es ist ein scheinbar einfacher Begriff für eine sagen wir hochkomplexe Erfahrung. Für eine Erfahrung, die uns zuverlässig an unsere Grenzen bringt. In emotionaler, in geistiger, doch auch in körperlicher Hinsicht.Wir befinden uns am Abgrund. So erscheint es uns zumindest.

Wir wissen nicht, was gerade mit uns geschieht. Wie wir da heraus kommen können. Was uns erwartet. Zeit daher, sich die Sache mal näher anzuschauen. Auch, um den Liebeskummer besser einschätzen zu können.

Liebeskummer Definition – was zeichnet ihn aus?

Was ist die konkrete Ursache für Liebeskummer?

Wir könnten es so ausdrücken: Liebeskummer, das ist das, was kommt, wenn eine Liebe zerbrochen ist. Wenn sie unwiderruflich zu Ende ist.

Das kann nach einer Beziehung der Fall sein. Oder die Liebe blieb unerwidert. Oder der geliebte Partner, die geliebte Partnerin ist gestorben.

Fakt ist: Die Liebe gibt es so nicht mehr. Er oder sie ist nicht mehr da, zumindest nicht mehr in Deinem Leben. Du hast sozusagen kein „Anrecht“ mehr auf ihn oder sie. Die Grundlage für die Gefühle fehlen. Die Liebe, sie hat in diesem Fall zumindest, unglücklich für Dich geendet.

Und Du musst diesen schönen wie einst so wunderbaren Traum, mit genau diesem Partner, mit genau dieser Partnerin glücklich zu sein, endgültig begraben.

Was ist die Folge von Liebeskummer?

Diese Gewissheit, diese Erkenntnis, dass die Liebe nun nicht mehr vorhanden ist: Sie bringt das gesamte Denken, Fühlen und Handeln gehörig durcheinander. Für eine gewisse Zeit scheint der Liebeskummer alles auf den Kopf zu stellen.

Wer „schuld“ daran ist? Nun, das sind unsere Gefühle. Unsere Hormone, denn auch die sind aus ihrem schönen Gleichgewicht geraten. Und es scheint uns in vielen Momenten so, als könnten diese nun so mächtigen Gefühle und Emotionen, die aufkommen, mit uns machen, was sie wollen.

Manchmal fühlt es sich sogar so an, als seien wir ihnen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Es ist, als seien wir in einen wahren Orkan geraten. Stehen nun mittendrin. Und wissen nicht, was tun.

Gerade jetzt kommt es oftmals zu überstürzten, zu impulsiven Handlungen. Wir handeln nicht „vernünftig“ – zumindest scheint das von außen so. Vielleicht machen wir uns jetzt große Vorwürfe. Ziehen uns noch weiter runter. Es fällt uns schwer, um uns selbst zu kümmern. Vom Sofa aufzustehen, den Abwasch zu machen, einzukaufen, all diese kleinen alltäglichen Dinge, die wir vorher ohne große Überlegungen gemacht haben. All diese Dinge scheinen nun sehr viel, ZU viel Anstrengung zu verlangen.

Und gerade unmittelbar nach dem Aus ist da häufig immer noch die Hoffnung: Vielleicht wird es ja doch noch etwas. Vielleicht gibt es doch noch eine Chance darauf, das Liebesglück wieder zu reaktivieren. Selbst, wenn das bedeutet: man muss den ein oder anderen (schmerzhaften) Kompromiss schließen. Selbst wenn! Das erscheint es einem in diesem Moment wert. Denn man kann und will diese Hoffnung noch nicht aufgeben. Man kann und will noch nicht loslassen.

Es gibt noch weitere Folgen von Liebeskummer:

  • Man zieht sich mehr oder weniger komplett von seiner Umgebung zurück.
  • Man zeigt aggressives Verhalten. Könnte schon bei der kleinsten Kleinigkeit an die Decke gehen.
  • Man ist ständig gereizt, aufgrund dieser großen emotionalen Anspannung.
  • Man könnte ständig in Tränen ausbrechen.
  • Man kann kaum noch schlafen.
  • Man hat Schwierigkeiten, sich auf den Alltag zu konzentrieren. Ihn zu bewältigen.
  • Man kann sich wenn dann nur für kurze Zeit auf bestimmte Dinge fokussieren. Dann kehren die Gedanken unweigerlich wieder zu IHM oder zu IHR zurück.
  • Man ist in einem emotionalen Ausnahmezustand. Im ersten Moment ist da noch Hoffnung. Fast schon Hochstimmung. Dann, im nächsten Moment, fühlt man sich einfach nur noch schlecht. So geht das über eine lange Zeit.
  • Man kann kaum noch schlafen.
  • Man hat keinen Appetit mehr. Oder, das Gegenteil: Man könnte ständig essen – der liebe Heißhunger hat einen gepackt.

Das waren jetzt nur die wichtigsten Folgen von Liebeskummer, die ich Dir an dieser Stelle anführen wollte. Du siehst: Sie fallen sehr vielfältig aus. Und eines ist sicher: Sie lassen sich nicht generalisieren.

Denn nicht bei jedem wird jedes einzelne dieser Liebeskummer Symptome zwangsläufig genau so auftreten. Nein, jeder reagiert stets ein wenig anders auf diese sagen wir Herausforderung.

Wie lange dauert Liebeskummer?

Es wäre sehr schön, das so pauschal und konkret sagen zu können, nicht wahr? Denn das wäre irgendwie beruhigend. Wir wüssten: Zu diesem oder jenem Zeitpunkt ist es endlich zu Ende. Und wir können uns wieder dem Leben zuwenden. Endlich wieder befreit durchatmen. Und nach vorne schauen.

Doch leider gibt es auf diese Antwort keine pauschale und allgemeingültige Antwort. Keine, die auf jeden zutrifft. Denn Liebeskummer dauert stets unterschiedlich lange. Wie lange genau? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Und zwar von diesen:

  • wie stark und intensiv der Liebeskummer ist
  • wie die Trennung verlaufen ist
  • wie stabil man in emotionaler Hinsicht ist
  • ob ein soziales Netz vorhanden ist, das den Betroffenen jetzt auffängt
  • ob er Maßnahmen für die Trauerbewältigung ergreifen kann
  • ob er sich seinen Gefühlen wirklich stellen kann
  • wie lange die Beziehung ging und wie glücklich sie war
  • ob noch Kontakt zum oder zur Ex vorhanden ist
  • etc.

Was sind ganz typische Liebeskummer Symptome?

Liebeskummer äußert sich sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelischen Ebene. Das habe ich weiter oben ja bereits angesprochen. Ich möchte Dir an dieser Stelle nur eine rasche Übersicht über die wichtigsten Symptome geben.

Doch hier eine rasche Übersicht über die wichtigsten Symptome bei Liebeskummer:

  • innere Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • Probleme, den Alltag zu bewältigen
  • Gefühl von Überforderung, dass einem alles zu viel wird
  • Schlafstörungen
  • innere Leere/ Unruhe
  • sozialer Rückzug
  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
  • Antriebslosigkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Kreislaufprobleme
  • Panikattacken
  • gestörtes Essverhalten (Heißhunger oder Appetitlosigkeit)
  • Zukunftsängste
  • Depression
  • aggressives Verhalten
  • zu viel Alkohol, Nikotin, Drogen: es kann eine Sucht entstehen

Wohlgemerkt: auch hier gilt, dass nicht jeder unter allen Symptomen leiden muss, wenn er Liebeskummer hat! (Das wäre auch ein wenig heftig.) Nein, meist wird man zu bestimmten Symptomen tendieren. Zum Beispiel reagiert der Eine eher mit Wut im Bauch auf das Aus. Während der Andere sich nun große Vorwürfe macht. Sich selbst noch weiter runter zieht.

Ein anderer wiederum hat nun mit starken Verdauungsstörungen zu kämpfen. Der Nächste wälzt sich Nacht für Nacht schlaflos im Bett herum. Und so weiter…

Was ebenfalls zu beobachten ist: Gerade jetzt sind wir sehr viel anfälliger für Krankheiten. Vielleicht kommt Dir das ein wenig komisch vor. Doch wenn man so ein wenig darüber nachdenkt, dann wird das Ganze eigentlich sehr verständlich. Denn:

  • Auch für Deinen Körper bedeutet Liebeskummer sehr, sehr großen Stress.
  • Er ist nun gefordert.
  • Es ist für ihn sehr anstrengend.
  • Und genau das schwächt das Immunsystem.
  • Bakterien, Viren und weitere Erreger haben nun also ein deutlich leichteres Spiel.
  • Und deshalb erkranken wir nicht selten bei Liebeskummer.

(Auch das noch, magst Du Dir an dieser Stelle vielleicht denken. Grund genug, jetzt besonders gut zu Deinem Körper zu sein. Und darauf zu achten, Dich auch (weiterhin) gut und möglichst ausgewogen zu ernähren. Deinem Körper Ruhe und Schlaf zu gönnen. Ihm das zu geben, was er jetzt braucht… Versuche das zumindest!!)

Wie und was fühlst Du bei Liebeskummer?

Ja: Es tut teilweise so weh, unter Herzschmerz zu leiden. Das alles auszuhalten, irgendwie. Denn es tut immer weh, Abschied zu nehmen. Umso mehr, wenn man dazu gezwungen wird. Sich das nicht freiwillig ausgesucht hat.

Man MUSS jetzt loslassen. Das weiß man. Und doch kann und will man es oftmals nicht. Zumindest jetzt noch nicht. Etwas in einem weigert sich, diese Realität anzuerkennen. Zu sagen: Ja, es ist wirklich aus. Und ich werde dieses Kapitel nun abschließen. Das geht leider nicht von heute auf morgen. Dieser Prozess braucht seine Zeit.

Zumal jetzt häufig noch so, so viele Ängste mit hinzu kommen. Angst etwa, dass man niemals wieder jemanden wie IHN oder SIE findet. Jemanden, der zu einem passt, der einen versteht – auch ohne große Worte. Angst davor, einsam und allein zu sein, bis an das Lebensende. Angst, dem Ganzen nicht gewachsen zu sein. All diesen Herausforderungen, die nun anstehen. Oftmals erscheinen sie einem einfach zu groß… Und man will sich eigentlich nur noch verkriechen. Die Decke über den Kopf ziehen. Und ganz, ganz weit weg sein…

Hier habe ich einige typische Gefühle für Dich aufgelistet. Die jetzt bei Liebeskummer auftreten:

  • Wut
  • Verzweiflung
  • Trauer
  • Sehnsucht
  • Müdigkeit
  • innere Leere
  • Antriebslosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Angst
  • Orientierungslosigkeit
  • Erinnerungen an einstige Trennungen, die nun aufkommen

Du solltest nun gut bzw. besser darüber Bescheid wissen, wie sich der Liebeskummer eigentlich definieren lässt. Was aber passiert dabei in dem Körper? Schauen wir uns das mal genauer an. Und zwar im nächsten Kapitel:

Was ist Liebeskummer konkret?

Ich zitiere hier mal die Wissenschaft: „Liebeskummer ist eine psychische Ausnahmesituation.“ Damit haben sie recht – und sagen dennoch nur einen kleinen Teil davon, was Liebeskummer eigentlich ausmacht, was er ist.

Manch einer von ihnen vergleicht den Herzschmerz auch mit einer Trauerreaktion. Die einsetzt, nachdem ein geliebter Mensch verstorben ist. Ein Vergleich, der durchaus Sinn ergibt. Untersuchungen zu diesem Thema haben nämlich gezeigt: 45 % all jener, die unter Liebeskummer leiden, haben suizidale Gedanken oder Depressionen. Symptome, die auch beim Trauern um eine geliebte Person sehr häufig zu beobachten sind.

(und wenn man es sich so recht überlegt: Liebeskummer ist ja auch viel Trauer. Denn der geliebte Mensch ist nun nicht mehr im persönlichen Leben vorhanden….)

Was passiert bei Liebeskummer auf der körperlichen Ebene?

Um es vorab zu sagen: Die Hormone in unserem Körper sind durch diesen Ausnahmezustand nun gründlich, und zwar sehr gründlich, durcheinander geraten. Vorher waren sie mehr oder weniger im Gleichgewicht. Wir fühlten uns ruhig, gelassen. Zumindest in den meisten Momenten.

Doch dann das Aus. Und nun scheint alles aus den Fugen zu geraten… Was also passiert jetzt, bei Liebeskummer?

Folge 1: Die Hormone üben einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden aus.

In Deinem Körper laufen ständig viele biochemische Steuerungsprozesse ab. Dabei spielen die unterschiedlichsten Hormone zusammen. Meist im Einklang. Doch wenn eben etwas Einschneidendes passiert – wie in diesem Fall der Liebeskummer – dann gerät alles durcheinander.

Die Hormone steuern somit, was Du fühlst. Wie Du fühlst. Und wie groß der Schmerz wird. Denn sie sind mit verantwortlich dafür, was jetzt mit uns geschieht…

(Du siehst: Du solltest diese „kleinen“ Stoffe wie Serotonin, Adrenalin und Co besser nicht unterschätzen…)

Folge 2: Bei Liebeskummer kommt es zur Ausschüttung vieler Stresshormone.

Das hormonelle Gleichgewicht gibt es also bei Liebeskummer nicht mehr. Vorher war es so: Als Verliebter oder Liebender konnte man sich über einen sehr hohe Dopamin sowie Serotonin Spiegel freuen. Es ging einem gut. Vor allem, wenn man an den Anderen dachte, mit ihm oder ihr zusammen war.

Vielleicht hast Du von diesen beiden Hormonen ja schon gehört. Den sogenannten Glückshormonen. Das Vertrackte in diesem Fall ist: Das Glück, das man empfindet, wird direkt mit dem oder der Ex in Verbindung gebracht. Der/ die ja nun nicht mehr da ist.

 

Die Folge? Du ahnst es vermutlich schon: Es wird kaum noch Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Wie auch, wenn das Objekt der Begierde nun nicht mehr da ist?

  • Der Körper erhält somit weniger Glückshormone.
  • Stattdessen wird nun viel Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.
  • Stoffe, die auch als Stresshormone bekannt sind.

Eine kurze, sehr kurze Zeit, fühlen wir uns wie angetrieben. Wir tun alles, damit es vielleicht doch noch einmal klappt. Wir sind bereit dazu, die Beziehung zu retten. Wie und auf welchem Wege auch immer.

Doch dann kommt der Absturz. Und wir fühlen uns einsam und allein. Überfordert. Und zwar mit allem. Wir trauern. Um das, was war. Um das, was wir hatten. Und das jetzt zerbrochen ist. Um das, was hätte sein können. Und so weiter: Auch diese Liste könnte sehr, sehr lange werden. (Aber ich will Deine Geduld ja auch nicht überstrapazieren.)

Es ist also eine sehr schwere Zeit. Eine Zeit, die vor allem von einer Sache geprägt ist: emotionalem Stress nämlich. Und genau das ist Liebeskummer auch, sowohl für unseren Körper als auch für unseren Geist.

Denn beim Trauern gibt es keinen Platz mehr für Serotonin und Dopamin. Vielmehr benötigt der Körper zum Trauern, zum Bewältigen nun viel, viel Energie. Eben weil es solch eine stressige Zeit für ihn ist. Weil er alles dafür tun muss, um irgendwie (und irgendwie ist ein sehr gutes Wort in diesem Zusammenhang) mit dieser schwierigen Situation zurecht zu kommen.

Folge 3: Die Hormone blockieren Geist und Körper.

Und sorgen dafür, dass wir uns nicht mehr „vernünftig“ verhalten. Denn:

  • Wir haben dieses Gefühl, dass wir nicht mehr wirklich klar denken können.
  • Wir wissen manchmal gar nicht, was eigentlich mit uns los ist. Was gerade mit uns geschieht.
  • Wir wissen nicht, wann diese Situation jemals enden wird. Und wie wir da bloß wieder heraus kommen sollen.
  • Es geht uns einfach nur schlecht. Und wir fühlen uns sehr, sehr elend.

Folge 4: Durch diesen Stress wird unser Immunsystem geschwächt.

Ich hatte das ja weiter oben bereits kurz angesprochen. Doch möchte ich an dieser Stelle noch genauer darauf eingehen. Denn es ist eine sehr wichtige Folge von Liebeskummer!

Ja, vielleicht überrascht Dich diese Folge von Herzschmerz ein wenig. War Dir vielleicht bis dahin nicht wirklich bewusst. Doch wenn man sich die ganze Sache genauer anschaut, dann wird das schon sehr verständlich:

Denn:

  • Wie gesagt braucht der Körper aufgrund des Liebeskummers nun sehr viel Energie.
  • Deshalb schüttet er jetzt reichlich Adrenalin aus. Das putscht ihn kurze Zeit auf. Aber wirklich nur für eine kurze Zeit.
  • Dann kommt das Cortisol mit hinzu.
  • Ein klassisches Stresshormon.
  • Das längerfristig gesehen leider sehr negativ auf unser Immunsystem wirkt. (Das Gleiche gilt übrigens auch für alle weiteren Zwischenprodukte, die jetzt bei Stress entstehen.)

Das Vertrackte dabei ist: je länger dieser Stress andauert, umso schwächer wird unser Körper auch. Wenn wir nichts dagegen tun. Denn: Unsere Immunzellen können nun nicht mehr mit vollem Einsatz arbeiten. Dafür sind die Energiereserven einfach zu leer! Vor allem, wenn kein Ende in Sicht, kein Silberstreifen am Horizont zu erkennen ist.

Die Folge davon?

  • Wir werden anfälliger für Krankheiten.
  • Viren, Bakterien und Co haben nun leichteres Spiel.
  • Bestimmte Beschwerden treten auf. Vor allem in körperlicher Hinsicht.
  • Aber auch psychische Krankheiten wie etwa Depressionen können jetzt entstehen.

Umso wichtiger wäre es, gerade jetzt gut zu sich, zu seinem Körper zu sein! Trotz des Liebeskummers. Den Stress möglichst gering zu halten. Sich auf das zu besinnen, was schön ist im Leben. Was einem jetzt besonders viel Kraft und Halt gibt.

Das können bestimmte Aktivitäten, Hobbys sein. Und/ oder bestimmte Personen, Die einem jetzt besonders gut tun. Kurz: All das, was einem spontan, beim bloßen Gedanken daran, ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert. So zaghaft das auch sein mag.

Das alles trägt nämlich dazu bei, dass die Hormone wieder ins Gleichgewicht zurück finden. Doch welche Hormone sind bei Liebeskummer eigentlich konkret beteiligt? Spannende Frage, wie ich finde! Die wir uns im nächsten Abschnitt mal genauer ansehen wollen…

Welche Hormone werden bei Liebeskummer wichtig?

In diesem Kapitel möchte ich mich intensiv mit dem Thema Liebeskummer und Hormone befassen. Ein Thema, das sehr wichtig ist. Denn es trägt dazu bei, dass Du alles ein wenig besser verstehen und nachvollziehen kannst. Dich selbst. Deinen Körper. Sowie dessen Verhalten… (und es fällt nun mal wirklich leichter, das alles zu akzeptieren. Wenn man weiß, warum es so ist….)

Erste Vorbemerkung: Ohne die Hormone gäbe es keine Gefühle.

Denn wie schon erwähnt: unsere Emotionen entstehen durch Hormone und Botenstoffe. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig „chemisch“ – doch so ist es nun einmal.

Beide Gruppen zusammen steuern unsere Gefühle. Sind sozusagen für diese zuständig. Und das bedeutet. Ohne die Hormone könnten wir weder Glück noch Liebe verspüren. Und auch keine Wut, keine Trauer, keine Sehnsucht… (und an dieser Stelle höre ich mit meiner Auflistung auf. Die sich noch lange so fortsetzen ließe.)

 

Deshalb ist es auch so wichtig, festzustellen: in was für einem Verhältnis befinden sich Hormone und Botenstoffe gerade? Wie sehr sind sie aktuell im Gleichgewicht? Denn Du ahnst es vermutlich schon: All das wirkt sich direkt auf unseren Gefühlszustand aus.

Hier einige Beispiele: Wir empfinden Liebe, wenn wir mit dieser einen Person zusammen sind. Wir trauern, weil es aus ist. Wir sind wütend auf ihn oder sie, weil er/ sie uns verlassen hat. Wir spüren, wie weh dieser Verlust tut. Und so weiter…

Zweite Vorbemerkung: Durch den Liebeskummer ist das Gleichgewicht in Sachen Hormonen gründlichst durcheinander geraten.

Denn nun wird wie gesagt von einigen Stoffen zu wenig produziert. Von anderen wiederum viel – zu viel, um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Und die Folge:

  • Du leidest unter Appetitlosigkeit. Oder Heißhungerattacken.
  • Du fühlst Dich einfach nur schlecht, elend.
  • Du bist ständig müde.
  • Du hast keinen Antrieb mehr.
  • Du bist sehr lethargisch und kannst Dich zu nichts mehr aufraffen.
  • Du fühlst Dich einfach nur hoffnungslos.
  • Du hast keine Lust mehr, Dich um Dich selbst zu kümmern.
  • Usw.

All das sind wie gesagt so einige Symptome, die bei Herzschmerz leider sehr, sehr typisch sind. Denn die Steuerungsprozesse, die einst so harmonisch abliefen, (so lange er oder sie eben im Leben war), die sind jetzt völlig aus ihrem Takt geraten. Und das hat dann eben diese ziemlich heftigen Auswirkungen…

Welche Hormone sind bei Liebeskummer eigentlich mit beteiligt?

Schauen wir uns nun an, welche Hormone bei Liebeskummer eine ganz wesentliche Rolle spielen. Für eine bessere Übersicht habe ich Dir hier eine Tabelle erstellt.

 

Hormon Zuständigkeit und Beschreibung
Adrenalin Wird vor allem bei Stress ausgeschüttet
Dopamin Regelt das Glücksgefühl, ist besonders hoch bei allen Verliebten

gibt es zu wenig davon: wir empfinden Verzweiflung, Lethargie
gibt es zu viel davon: wir empfinden Wut und Leidenschaft

Serotonin Regelt ebenfalls das persönliche Glücksgefühl,ist besonders hoch bei allen Verliebten
Oxytocin Stärkt die Bindung, die wir zu anderen Menschen verspüren

Gehen wir nun näher auf all diese Beispiele ein:

Hormon 1, das bei Liebeskummer wichtig wird: Adrenalin

Dieses Hormon wird in unseren Nebennieren produziert. Es tritt vor allem dann auf, wenn wir unter großem Stress leiden (Du hast es vermutlich schon geahnt.) Und da Liebeskummer wie ja bereits erwähnt, ebenfalls Stress bedeutet: Kommt es nun zu einer vermehrten Ausschüttung dieses Hormons.

Doch eigentlich ist Adrenalin dafür gemacht, dass sich der Körper besser an die aktuelle Belastung anpassen kann. Konkreter ausgedrückt: Dass das Herz-Kreislauf-System sowie der Stoffwechsel besser mit dem aktuellen Stress zurecht kommen können.

Was ist nun die Folge davon, dass mehr Adrenalin ausgeschüttet wird?

  • Unser Blutdruck erhöht sich.
  • Sowie die Puls- und auch die Atemfrequenz.
  • Das Herzminutenvolumen wird ebenfalls um einiges größer.
  • Und unser Körper setzt so einiges an Energiereserven wie Fetten und Zucker frei.

Vielleicht kennst Du das aus anderen Situationen: Kurzzeitig wird der Körper zu Höchstleistungen angespornt. In Situationen wie bei einer Prüfung ist das natürlich sehr nützlich.

Doch was, wenn der schlimmste Stress weniger wird? Bzw. vorbei ist? Dann wird das Adrenalin um einiges schneller abgebaut. Alles kehrt wieder in seinem normalen, vorherigen Zustand (man könnte auch sagen Ruhezustand) zurück.

Wenn dieser Stress jedoch anhält, dann tritt Folgendes ein:

  • Unser Organismus wird reichlich überlastet.
  • Das gilt auch für unser Herz.
  • Wir fühlen uns jetzt ständig müde.
  • Wir leiden unter Konzentrationsstörungen.
  • Können kaum noch schlafen.
  • Haben kaum noch Appetit – oder eben zu viel.
  • Sowie weitere Symptomen (die übrigens auch beim Burn Out auftreten.)

Hormon 2, das bei Liebeskummer wichtig wird: Dopamin

Dopamin ist vor allem für die Steuerung des Appetits, der Motivation sowie der Koordination wichtig. Gemeinsam mit Noradrenalin ist es zudem unter dem Namen Glückshormon bekannt. Und somit dafür, dass es uns so manch schönen Moment beschert… (Kein Wunder also, dass es so beliebt ist, nicht wahr?!?)

Aber einmal mehr kommt es auch in diesem Fall auf die jeweilige Dosis an, die im Körper vorhanden ist.

Gibt es zu wenig Dopamin:

  • Dann können die Signale nicht mehr ohne Weiteres bzw. ohne Störungen übertragen werden.
  • Wir fühlen uns somit lethargisch und schlapp.
  • Die Gefahr, unter einer Depression oder unter depressiven Phasen zu leiden, wird höher und höher.
  • Es kann jetzt auch zu Bewegungsstörungen kommen.
  • Alles scheint irgendwie egal zu sein.
  • Nichts dringt mehr wirklich zu einem durch.

 

Doch was ist, wenn es zu viel an Dopamin gibt?

  • Dann spüren wir alles um einiges intensiver.
  • Wir nehmen mehr wahr.
  • Wir sind voller Vorfreude. Auf alles, was kommt.
  • Hoffnung und Zuversicht sind nun sehr stark in uns spürbar.
  • Doch das gilt auch für andere Gefühle wie Leidenschaft und Wut.

Hormon 3, das bei Liebeskummer wichtig wird: Noradrenalin

Noradrenalin ist ein Botenstoff, der im vegetativen Nervensystem beheimatet ist. Dabei handelt es sich um einen Neurotransmitter. Und um – der Name deutet es bereits an – einen nahen Verwandten von Adrenalin.

Er ist auch sehr wichtig für das Funktionieren des Körpers. Warum das so ist? Aus den folgenden Gründen:

  • Er beeinflusst (mit), wie gut wir uns mental und psychisch an Stress anpassen können.
  • Er verändert unseren Blutdruck. (Allerdings nicht das Herzminutenvolumen, wie dies bei Adrenalin der Fall ist.)
  • Er steigert unsere Aufmerksamkeit.
  • Das Gleiche gilt auch für die Motivation.
  • Sowie für unsere geistige Leistungsbereitschaft.

Adrenalin und Noradrenalin ergänzen sich also perfekt. Was aber geschieht nun bei Liebeskummer? Vielleicht hast Du schon einen leisen Verdacht…

  • Bei Herzschmerz wird nun sehr viel weniger an Noradrenalin ausgeschüttet.
  • Wir sind um einiges weniger motiviert.
  • Haben Schwierigkeiten, uns zu konzentrieren.
  • Und auch die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, wird höher und höher.

Hormon 4, das bei Liebeskummer wichtig wird: Oxytocin

Dieser Botenstoff ist vielleicht nicht so bekannt. Doch ebenfalls sehr wichtig in diesem Zusammenhang! Denn dank Oxytocin können Gefühle wie Verbundenheit, Nähe und Vertrautheit zu einer bestimmten Person entstehen.

  • Wir sind umso mehr bereit dazu, uns in emotionaler Hinsicht auf jemanden einzulassen.
  • Wir sind umso mehr dazu bereit, eine (tiefe) menschliche Bindung einzugehen.
  • Und das sind natürlich Eigenschaften, die für eine Partnerschaft immens wichtig sind.

Aber: Oxytocin ist auch für die Angst und für das soziale Gedächtnis zuständig. Das erklärt, warum wir jetzt, bei Liebeskummer, vermehrt unter Ängsten leiden. Vor dieser oder jener Situation. Vielleicht kommen nun auch Erinnerungen an vorherige Trennungen hoch. Wie schmerzhaft diese verlaufen sind. Und so weiter..

Hormon 5, das bei Liebeskummer wichtig wird: Serotonin

Ein weiteres sogenanntes Glückshormon. Mit gutem Grund: Denn es lässt uns all den Herausforderungen, die das Leben so für uns bereit hält, gelassen und ruhig entgegen sehen. (oder zumindest ein wenig gelassener und ruhiger.) Das ist der Fall, wenn der Serotonin-Spiegel ausgeglichen ist.

Zugleich hat Serotonin auch einen wesentlichen Einfluss auf den Magen-Darm-Bereich sowie auf das Herz-Kreislauf-System. Auf das körperliche Befinden also.

Doch bei Liebeskummer wird nun deutlich weniger davon ausgeschüttet. Es kann zu einer großen emotionalen Gereiztheit, einer großen Überempfindlichkeit kommen. Auch zu Aggressionen. Je nach Charakter ist das dann unterschiedlich stark…

 

Ich habe Dir nun all jene Hormone vorgestellt, die bei Liebeskummer eine entscheidende Rolle spielen. Doch schauen wir uns mal an, was die Psychologie in diesem Fall zu sagen hat:

Was ist Liebeskummer Psychologie?

Klar: Liebeskummer als rein hormonelle Angelegenheit zu betrachten, das würde dann doch ein wenig zu kurz greifen. Denn es kommen auch immer diverse psychische Faktoren mit ins Spiel. Welche aber sind das? Schauen wir uns dies mal ein wenig genauer an…

Welche psychologischen Faktoren spielen bei Liebeskummer eine Rolle?

Mehrere, um es an dieser Stelle vorweg zu schicken. Und zwar diese:

Psychischer Faktor 1 bei Liebeskummer: Wie gut kannst Du für Dich selbst sorgen?

Es kommt jetzt ganz entscheidend darauf an, wie man auf diese schmerzhafte, auf diese schwierige Situation reagiert. Wie man damit umgeht. Ob man resigniert. Sich selbst sogar noch Vorwürfe macht. Auf diese Weise das Selbstwertgefühl weiter und weiter schwächt.

Oder ob man aktiv an die Sache heran geht. Die Gefühle nicht verdrängt. Sondern sich ihnen, sich der Situation überhaupt, stellt.

Je nach Charakter ist dies mehr oder weniger schwierig. Denn es spielen hier diverse Faktoren eine Rolle:

  • Wie reagiert man grundsätzlich auf Probleme?
  • Wie groß waren die Gefühle für den oder die Ex?
  • Wie waren die Umstände der Trennung?
  • Wie lange, wie glücklich war die Beziehung?

Und: Wie sehr kann man nun für sich selbst sorgen? Seinen persönlichen Bedürfnissen nachkommen, diese überhaupt wahrnehmen?

Auch die (häufig) unbewussten Ängste spielen in dieser Hinsicht eine wesentliche Rolle. Denn auch diese tragen dazu mit, das Verhalten bei Liebeskummer zu steuern. Mit zu prägen. Je nachdem werden diese nun mehr oder weniger stark aktiviert. Und das übt einen wesentlichen Einfluss auf das Verarbeiten aus…

Psychischer Faktor 2 bei Liebeskummer: Wie sehr bist Du bereit, aus dieser schmerzhaften Erfahrung zu lernen?

Es zeigt sich immer wieder: Nur, wer wirklich bereit ist, aus dieser Erfahrung zu lernen, der wird den Liebeskummer auch wirklich verarbeiten, hinter sich lassen können.

Deshalb ist eine gründliche Analyse so sehr wichtig. Auch, damit man sich selbst, das damalige Verhalten besser verstehen kann. Und natürlich: Damit man wichtige Erkenntnisse gewinnt. Damit man aus seinen Fehlern lernt. Und es in Zukunft besser macht.

Psychischer Faktor 3 bei Liebeskummer: Wie abhängig war man von dem Anderen? Und wie stark und wie dicht ist das soziale Netz, das einen jetzt auffängt?

Dies spielt ebenfalls eine ganz wesentliche Rolle beim Überwinden:

  • Wie eigenständig war man (noch) in der Beziehung? Bzw: wie sehr hat man sich aufgegeben? Seine eigenen Bedürfnisse hintenan gestellt?
  • Wie gut ist das soziale Netzwerk (Freunde, Familie), das einen jetzt auffangen kann.
  • Wie sehr ist man bereit, diese Unterstützung auch anzunehmen und einzufordern?
  • Wie sehr kann man über seine Situation reden?

Fazit

Du siehst. Liebeskummer ist so komplex. Und etwas, das sich nicht nur mit Hormonen, mit psychischen Faktoren abhandeln und erklären lässt.

Zumal jeder Liebeskummer nun mal einzigartig ist. Auch, weil es die Umstände sind, die dahinter stehen.

Liebeskummer ist also niemals nur rein körperlich. Sondern stets auch emotional. Sowie mental.

Aber: Es gibt auch viele Gemeinsamkeiten unter allen Betroffenen. Die dazu beitragen, dass sich jeder ähnlich fühlt. Und das macht es möglich, Lösungsansätze zu entwickeln. Die den meisten helfen werden…