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Trennung Phasen

Du willst wissen, was Dich in Sachen Trennung verarbeiten erwartet? Weil Du
gerade mitten in diesem schmerzhaften Prozess steckst? Welche Trennung
Phasen gibt es?

In diesem Beitrag möchte ich Dir sämtliche Phasen vorstellen. Ich kann mich
noch gut daran erinnern, dass mir dieser Überblick bei meinem großen
Liebeskummer damals sehr geholfen hat. Weil es mir eine gewisse
Orientierung gab.

Ich konnte mich darauf einstellen. Und wusste, was als Nächstes auf mich
zukommt. Das fand ich in gewisser Weise sehr beruhigend. Und ich hoffe,
dass es auch Dir so ergehen wird.

Daher habe ich für Dich diesen Beitrag verfasst. Doch was steht in ihm? Das
Folgende:

1) eine Vorstellung der vier Trennungsphasen

2) was bei der Phase der Wut zu beachten ist

3) was bei der Phase der Trauer zu beachten ist

4) und noch mein Fazit


Trennung Phasen – die 4 Phasen

Die Trennung zu verarbeiten, ist stets ein Prozess. Ein Prozess, der in
diesem Fall aus vier Phasen besteht.

Diese dauern bei jedem unterschiedlich lange an. Weil es dabei von den
individuellen Faktoren abhängt. Kein Liebeskummer gleicht also dem Anderen.
Doch die vier Phasen, die haben stets gewisse Charakteristika. Welche das
sind? Hier stelle ich Dir die einzelnen Abschnitte vor:

Phase 1 – Schockmoment

Du hast gerade die Nachricht erhalten, dass es Aus ist. Sein oder ihr
Entschluss steht fest. Und Du kannst daran nichts mehr ändern.

Doch kannst Du es gar nicht fassen. Die Nachricht dringt zwar irgendwie zu
Dir durch. Aber Du kannst und willst sie nicht glauben.

Eigenschaft:
Extremer Schock – diese Beschreibung trifft es sehr gut. Alles erscheint
wie durch eine Nebelwand erlebt zu werden. Du bist vielleicht apathisch.
Kannst nur begrenzt auf das reagieren, was um Dich herum geschieht. Weil Du
eben unter Schock stehst. Und so kaum etwas zu Dir durchdringt.

Doch kannst Du nur an eines denken: An das, was Dir gerade widerfahren ist.
Dass es aus ist. Gerade jetzt versuchen viele, den anderen doch noch
umzustimmen. Verzweifelte Anrufe oder Nachrichten sind hierbei gang und
gäbe. Doch bleiben diese in der Regel erfolglos. Denn der Andere hat seine
Entscheidung bereits getroffen.

Dauer:
1-3 Tage

Was tun:
Nehme Dir eine Auszeit. Wechsle Dein Umfeld für 3 Tage. Fahre weg – zum
Beispiel zu Deiner Familie. Oder gemeinsam mit einer guten Freundin/ einem
guten Freund. Hauptsache, Du bleibst nun nicht alleine.

Und: Spüre die intensive Trauer in Dir. Ganz bewusst. Versuche, sie
zuzulassen und sie auszuleben! Schlucke sie nicht runter. Denn so wird
alles nur noch schlimmer.

Noch ein weiterer wichtiger Tipp: Stelle sofort den Kontakt zu ihm oder ihr
ein! Tue es um Deiner selbst willen. Denn Du wirst erst dann wirklich zur
Ruhe kommen, wenn Du eben NICHT befürchten musst, ihm oder ihr zu begegnen.

Phase 2 – Liebeskummer scheint immer schlimmer zu werden

Der Schock klingt ab. Und die Erkenntnis sickert ein: Ja, es ist wirklich
aus.

Nun kommen sie, die Gefühle. Und zwar mit aller Macht. Viele von uns sind
überrascht, dass solch heftige Emotionen in ihnen überhaupt sein können.
Doch sie sind es nun mal. Und schütteln uns so richtig durch.

Eigenschaft:
Dieses Gefühl, dass der Kummer immer schlimmer wird. Du
hattest schon den ein oder anderen harten Moment. Doch dann wird dieser
noch getoppt vom nächsten – und so weiter.

In manchen Momenten ist es, als seien wir inmitten eines Sturms oder Orkans
gefangen. (ach, warum nicht gleich ein Hurrikan). Und wir sind mittendrin,
wehrlos. Lassen diesen Gefühlssturm über uns ergehen. Fühlen uns mehr oder
weniger ausgeliefert. Und hoffen einfach, dass er bald zu Ende geht….

Dauer: ca.
14 Tage

Was tun:
Gerade jetzt ist es sehr, sehr wichtig, auf sich selbst zu achten! Und die
Gefühle eben NICHT runter zu schlucken. Sondern auszuleben. Sonst kommen
sie noch mächtiger zurück (oh ja, das geht).

Achte stattdessen auf Dich selbst und sei bewusst gut zu Dir. Was das
konkret bedeutet? Es beginnt schon mit den vermeintlich banalen Dingen:

  • gesunde und ausgewogene Ernährung

  • viel Sport

  • ausreichend Schlaf

  • Finger weg von zu viel Alkohol, Drogen, Nikotin

Schaffe Dir ein neues Umfeld. Dekoriere Deine Wohnung um. Miste aus,
radikal. Rede über Deinen Kummer – Du glaubst nicht, wie gut so etwas tut!
Und was für eine schwere Last einem dabei von den Schultern genommen wird.

Sei kreativ. Gehe raus, unter die Leute. Sei aktiv. Wichtig ist jetzt, dass
Du nicht die ganze Zeit mit Deinem Kummer alleine bleibst.

Und: Bitte ziehe Dich nicht noch weiter runter. Ja, ich weiß, was für eine
schwere Zeit das ist. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie oft
ich selbst in Versuchung war, mir Vorwürfe zu machen. „Ach, hätte ich
damals doch nur das und das getan.“ „Wäre ich doch attraktiver, schöner,
witziger, ….“ gewesen“. Solche Gedanken eben.

Doch bringen die rein gar nichts. Außer, sich noch schlechter zu fühlen.
Also: Denke daran, dass es trotz allem immer noch viele, viele Menschen in
Deinem Umfeld gibt, denen Du etwas bedeutest. Menschen, die Dich so nehmen
und lieben, wie Du bist. Halte Dich an sie!

Und noch ein kleiner Trost an dieser Stelle: JEDER von uns kann verlassen
werden. JEDEM von uns kann es passieren, eine schwere Trennung zu
durchleiden. Da schützt weder Schönheit noch Macht noch Reichtum noch
Intelligenz davor. Denn in der Liebe sind wir scheinbar alle gleich…

Phase 3 – Der Liebeskummer wird immer weniger

Nur Mut! Die schlimmste Phase ist nun nämlich überstanden. Nun heißt es: Es
geht bergauf. Was das konkret bedeutet?

Eigenschaft:
Gefühl, dass der Kummer immer weniger wird. Du kannst Dich immer besser auf
den Alltag konzentrieren. Denkst nicht mehr ständig an die Trennung. Daran,
wie es dazu kam, ob es nicht vielleicht doch eine Chance auf einen
Neuanfang gibt…

Nein, das ist vorbei. Vielmehr kannst Du alles nun mit mehr emotionalem
Abstand betrachten. Dich auch mit den Ursachen für die Trennung
beschäftigen. Dies ist ein sehr wichtiger Abschnitt! In dem Du einiges
lernen kannst…

Dauer: ca.
14-30 Tage

Was tun:
Bewusst loslassen. Sollten Gedanken wie „ich will ihn/sie nicht verlieren“
kommen: Blockiere sie. Ganz gezielt. Mir half es dabei immer, an das
Negative in der Beziehung zu denken. An jenes, was mein Ex mir damals nicht
geben konnte. Das war so einiges. Probiere es aus – es funktioniert!

Und: Baue Dir Dein persönliches Traumleben auf. Stecke Dir Ziele: Was
willst Du kurz- und langfristig erreichen? Wie kannst Du es schaffen?

Wichtiger Hinweis

Wenn du ihn oder sie Phase 3 weiter festhältst, weil du ihn/sie nicht
vergessen willst: In diesem Fall kann es schnell wieder in Phase 2 zurück
gehen! Und dann wird alles nur noch schlimmer…. Das solltest Du Dir
ersparen! Schließlich soll der Liebeskummer irgendwann einmal sein Ende
haben…

Phase 4: Akzeptanz

Das ist eigentlich die schönste Phase. Denn nun bist Du gereifter und
klüger aus alldem hervorgegangen: Du hast den schmerzlichen
Trennungsprozess erfolgreich durchlaufen. Und gesehen, wie stark Du bist.

Du hast wieder Lust auf das Leben. Auf einen Neuanfang. Und mit das
Schönste: Du kannst nun gelassen und neutral an den oder die Ex zurück
denken. Du hast ihm oder ihr verziehen. Und Dir selbst auch.

Kurz: Du bist nun (wieder) bereit für das Leben. Was es wohl für Dich
bereithält?

Phasen der Trennung – Wut

Wut kommt immer vor. In jeder Phase. In unterschiedlich starker Ausprägung.
Wichtig ist, dass sie jedoch zugelassen wird. Und nicht einfach runter
geschluckt wird.

Wut ist nämlich in Ordnung. Sie hat ihren Grund. Versuche, diesen bei Dir
herauszufinden! Und lasse diese Wut dann aus.

Natürlich nicht an demjenigen, der gerade das Pech hat, neben Dir zu
stehen. Da ist es besser, ein Kopfkissen zu nehmen. Oder einen Boxsack. Die
vertragen die „Behandlung“ mit den Fäusten nämlich sehr gut…

Die Phasen der Trauer

Auch Trauer ist in diesen Phasen ganz normal, Trauer darüber, dass es nicht
geklappt hat. Dass die Liebe wohl nicht reichte. Dass der Traum vom ewigen
Glück mit diesem einen Partner, dieser einen Partnerin platzte.

Lasse auch die Trauer zu. Schreibe alles auf. Oder höre traurige Musik.
Weine, wenn Du es brauchst. Schäme Dich deshalb nicht! Doch schlucke die
Trauer nicht einfach runter. Denn sonst gilt auch in diesem Fall: Sie kommt
umso stärker wieder zurück.

Fazit

Die Trennung zu verarbeiten, stellt eine Herausforderung für sich dar.
Glaube mir, ich weiß, wovon ich da rede!

Doch, und das ist das Gute: Das Trennung verarbeiten ist stets ein Prozess.
Und diesen Prozess kann man beeinflussen. In jeder einzelnen Phase…

Wir haben es nämlich zu einem großen Teil selbst in der Hand, wie lange der
Liebeskummer anhält und wie stark er ausfällt. In jeder Phase können wir
etwas für uns selbst tun. Und dafür, dass wir mit dem großen Schmerz in uns
besser umgehen können. Selbst in diesen Momenten, die einfach nur dunkel
erscheinen.

Wichtig ist, dass wir uns dieser Macht bewusst sind. Und dass wir bereit
sind, etwas für UNS SELBST zu tun. Dass wir aktiv werden und bleiben. Und
uns nicht noch weiter runter ziehen. Mit Gedanken, die unsere
Selbstunsicherheit noch verstärken.