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Räumliche Trennung – das solltest du wissen

Räumliche Trennung – was solltest Du dazu wissen?

Es geht einfach nicht mehr mit Euch beiden. Zumindest nicht so wie bisher. Ihr streitet nur noch. Oder habt Euch überhaupt nichts mehr zu sagen. Die Beziehung ist fast zur Qual geworden.

Was tun? Macht es Sinn, es doch noch einmal zu probieren, trotz aller Probleme? Oder solltet Ihr Euch besser trennen?

Vielleicht fällt auch jetzt immer häufiger der Begriff der „räumlichen Trennung“. Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Und kann sie auch eine Chance für die Liebe, für Eure Beziehung bedeuten? Und was ist damit aus rechtlicher Sicht gemeint, etwa, wenn es um den Unterhalt geht?

All diesen Fragen möchte ich in dem folgenden Beitrag nachgehen. Ein sehr wichtiges Thema, wie ich finde. Und deshalb habe ich mich auch intensiv hin gesetzt und darüber recherchiert. Hier erfährst Du, was ich dabei herausgefunden habe:

1) Räumliche Trennung – die Definition

2) Räumliche Trennung auf Zeit – was bedeutet sie eigentlich?

3) Räumliche Trennung, Ehe, Unterhalt – alles, was Du hierzu wissen musst!

4) Räumliche Trennung als Chance? Meine Tipps dazu!

5) und mein Fazit zu dem Thema…


Räumliche Trennung Definition – was ist mit diesem Begriff gemeint?

Ich möchte erst einmal den Begriff der räumlichen Trennung konkret definieren. Damit wir auch wissen, wovon wir sprechen:

Meist wird bei der räumlichen Trennung einer von beiden aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. In diesem Fall ist allen klar: Es handelt sich um eine räumliche Trennung.

Allerdings kann es auch sein, dass beide in der Wohnung/ im Haus bleiben. Und „nur“ getrennte Haushalte führen.

Deshalb halte ich den Begriff „Trennung von Tisch und Bett“ fast sinnvoller. Denn ab dem Zeitpunkt der Trennung führen beide (Ex) Partner nun getrennte Haushalte. Und sorgen mit ihrer eigenen Kasse für den Lebensunterhalt. (es sei denn natürlich, der Eine muss den Anderen unterstützen).

Beide verbringen ihre Nächte in dem eigenen Bett.

Es gibt keine (sexuelle) Beziehung mehr.

Und auch die freie Zeit verbringen sie getrennt voneinander.

Was bedeutet die räumliche Trennung auf Zeit? Wann ist sie sinnvoll?

Häufig kommt man als Paar an den Punkt, an dem man merkt: Es geht so einfach nicht mehr weiter. Daher stellt sich nun die Frage: Soll es zu einer Beziehungspause kommen? Oder zu einer endgültigen Trennung?

Wann ist eine Pause sinnvoll? Hier sind meine Tipps für Dich:

Die Trennung auf Zeit ist dann sinnvoll, wenn Ihr beide noch Gefühle füreinander habt.

Wenn Ihr Euch noch nicht sicher seid, ob Ihr Euch tatsächlich trennen wollt. Die Zweifel sind noch zu groß. Und auch emotional hängt Ihr noch aneinander.

Darüber hinaus habt Ihr beide Euch noch etwas zu sagen. Ihr kommuniziert noch miteinander – und das auch freiwillig und nicht nur über den Alltagskram, der erledigt werden muss.

Zwischen Euch gibt es keine Probleme, die sich nicht lösen lassen. Doch müsst Ihr schon an diesen arbeiten! Und auch bereit sein, das über eine längere Zeit hinweg zu tun. Denn von heute auf morgen werden die Probleme in aller Regel nicht einfach verschwinden, aufgelöst in der Luft…

Es sollten keine zu großen Verletzungen vorliegen. Und Ihr solltet einander nichts vorwerfen. Wenn der Eine dem Anderen ständig Vorhaltungen macht, ständig an ihm oder ihr herum kritisiert: Dann ist das eine schwere Belastung für die Beziehung. Vor allem, wenn der „Täter“ nicht bereit ist, sein Verhalten zu ändern…

Ihr solltet es beide wollen. Denn eines ist sicher: Nur gemeinsam, nur dann, wenn Ihr auch wirklich an einem Strang zieht, werdet Ihr aus der Krise herausfinden. Und zwar gemeinsam und nicht allein.

Doch wie gesagt: Vielleicht braucht es dafür die Trennung auf Zeit. Doch wie jetzt vorgehen? Stellt Euch die folgenden Fragen:

Wer soll ausziehen? Wenn auch nur vorübergehend?

Wie könnt Ihr die Kosten teilen – auch für die weitere Miete, die nun eventuell fällig wird?

Wie ist das mit dem Sex? Ist er zwischen Euch noch erlaubt? Und dürft Ihr Sex mit Anderen haben?

Wie ist das mit den Freunden und den gemeinsamen Verpflichtungen? Wie wollt Ihr das in dieser Zeit handhaben?

Wenn Ihr Kinder habt: Wie erklärt Ihr ihnen die Situation?

Und überhaupt: Wie ist das nun mit der Betreuung und dem Kontakt? Klärt auch das!

Es geht auch um das Finanzielle. Also um das Praktische. Welche Kosten fallen durch die räumliche Trennung auf Zeit an? Denn da werden so einige mit dabei sein. Ich sage nur mal Posten wie Miete, Versicherungen und so weiter. Klärt das, nicht dass es sonst böses Blut gibt!

Und wie ist das mit der Trennung auf Zeit in gemeinsamer Wohnung?

Klar, ist ein Sonderfall. Aber ich möchte dennoch kurz darauf eingehen. Denn es ist durchaus möglich, dass Ihr eine Trennung auf Zeit vereinbart – und dennoch in der Wohnung zusammen lebt. Aber: Dann sollten wirklich klare Regeln herrschen. Und diese werden bitte auch eingehalten:

Teilt die Räume der Wohnung bzw. des Hauses zwischen Euch auf. Und jeder sollte wirklich in „seinem“ Bereich bleiben. Abgesehen natürlich von Räumen, die zusammen genutzt werden. Wie etwa Bad und Küche.

Wichtig ist auch, dass jeder seinen eigenen Haushalt führt. Sprich, für sich selbst kocht, einkauft, sich um seine Wäsche kümmert. Und so weiter.

Eine Trennung im sozialen Bereich sollte ebenfalls stattfinden. Lasst es also sein, Euch Abend für Abend auf dem Sofa wiederzufinden, um zusammen Fernsehen zu schauen. Und auch gemeinsame Mahlzeiten sollten nicht mehr stattfinden.

Haltet das alles am besten schriftlich fest. So können keine Probleme auftreten und Unklarheiten entstehen.

Das waren nun erste wichtige Infos zu diesem Thema. Doch wie sieht es eigentlich mit der räumlichen Trennung und dem Unterhalt aus? Damit befasst sich das nächste Kapitel!

Räumliche Trennung, Ehe, Unterhalt: Was solltest Du beachten?

Was räumliche Trennung bedeutet, weißt Du nun ja. Wenn nun die Trennung im Raum steht: Dann ist es wichtig, dass vor dem Gericht klar erkennbar wird, AB WANN eine räumliche Trennung bei Euch stattgefunden habt. Das ist sehr wichtig, vor allem, wenn es um den Unterhalt geht!

Überlasse daher nichts dem Zufall. Dokumentiere alles sehr genau. Und lasse Dich gerne von einem guten Anwalt beraten. Um auf diese Weise auf Nummer sicher zu gehen. Denn besonders wenn es ums Geld geht, ist eine umfassende Absicherung nun mal Gold wert…

Halte so viel wie möglich schriftlich fest. Damit auch das Familiengericht erkennen kann, wie die räumliche Trennung bei Euch abgelaufen ist. Leider höre ich nämlich immer wieder von Beispielen, die das unterlassen haben. Und dann kaum bzw. gar keinen Unterhalt bekommen… schütze Dich deshalb davor!!

Vielleicht bist Du aber noch längst nicht bereit, die Beziehung einfach so aufzugeben. Sondern willst um sie kämpfen. Kann die räumliche Trennung dann eine Chance sein? Dieser Frage gehe ich in dem nächsten Abschnitt nach!

Räumliche Trennung als Chance? Meine Tipps für Dich

Viele entscheiden sich deshalb für diese Maßnahme, weil sie nur noch miteinander streiten. Weil eine wirkliche Kommunikation schon lange nicht mehr stattfindet.

Weil sie nur noch nebeneinander herleben. Die Probleme aber, die es unbestreitbar zwischen ihnen gibt: Die werden nicht angesprochen.

Und vielleicht sind auch die Gefühle für den Anderen nicht mehr wirklich spürbar. Erstickt unter der Last des Alltags, unter all den täglichen Herausforderungen und Anstrengungen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Notbremse zu ziehen.

Und für eine Zeit auseinander zu gehen. Das Single-Dasein auszutesten, zumindest in einer „light Version“. Auf diese Weise lässt sich gut für sich allein herausfinden: Will man die Beziehung, will man den Anderen noch? Und dann probieren beide es noch einmal miteinander.

Vielleicht merken beide aber auch: Nein, die Gefühle reichen einfach nicht mehr. Der Andere wurde nicht wirklich vermisst. Im Gegenteil! Man hat eigentlich kaum noch aneinander gedacht. Und deshalb ist die endgültige Trennung die einzig richtige Entscheidung…

Doch wie gesagt: Das muss nicht so kommen. Denn eine Trennung auf Zeit kann durchaus eine Chance sein:

Warum ist die Trennung auf Zeit eine Chance?

Sie kann dazu beitragen, dass Ihr Euch zu schnell und übereilt voneinander trennt. Dass Ihr erst einmal in aller Ruhe herausfindet, ob die Beziehung wirklich am Ende ist. Nicht, dass einer von Euch bzw. beide dann die Trennung bereuen… doch dann ist es zu spät!

Seid Ihr längere Zeit voneinander getrennt, merkt Ihr, welche wahren Gefühle Ihr für den Anderen habt.

Denn durch das ständige Beisammensein lassen sich diese Gefühle oftmals nicht mehr klar erkennen. Weil sie von dem Alltag, von dem ganzen Stress und Co gewissermaßen überlagert werden.

Wenn Ihr ständig streitet: Dann kann Euch der Abstand dabei helfen, dass Ihr eben nicht mehr immerzu Euch Dinge an den Kopf werft. Vielmehr fällt es nun leichter, die wahren Ursachen hinter den ständigen Streitigkeiten herauszufinden. Denn meist ist der nicht runter gebrachte Müll nur ein Auslöser für eine erneute lautstarke Diskussion…

und so eine Trennung auf Zeit bietet Euch die Chance, den Anderen wieder in positiverem Licht zu sehen. Euch wird klar, was Ihr an dem Anderen jeweils so schätzt. Und warum Ihr ihn oder sie eigentlich liebt. Das gelingt auf Abstand häufig besser!

Darüber hinaus könnt Ihr jetzt Euch selbst analysieren. Und herausfinden, ob Ihr die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse in der Beziehung vielleicht zu sehr vernachlässigt habt. Ob Ihr zu viel für die Partnerschaft aufgegeben habt. Auch deshalb fühlt Ihr Euch unwohl – und das wiederum schafft die Probleme in der Beziehung.

Stelle Dir bitte auch so manch kritische Frage in der Zeit. Etwa die folgenden:

Hast Du Dich zu sehr an ihn oder sie geklammert?

Ihn oder sie mit Deiner Zuneigung geradezu erstickt?

Warst Du zu eifersüchtig?

Hast Du zu viel an eigenen Hobbys und Interessen aufgegeben?

Oder: Hast Du die Beziehung zugunsten der Karriere, der eigenen Hobbys etc vernachlässigt?

Dich nicht ausreichend um den Anderen gekümmert?

Finde das heraus – vielleicht auch im Gespräch mit Anderen. Sei bitte offen und ehrlich. Und versuche, Dein Verhalten zu ändern. Doch bitte ohne Dich dafür zu verbiegen. Schließlich solltest Du Dir auf jeden Fall selbst treu bleiben!

Gibt es ein Zurück nach räumlicher Trennung? Nicht unbedingt!

So eine räumliche Trennung ist natürlich kein Selbstläufer. Und kein Patentrezept, das bei allen und jedem wirkt. Ich beobachte immer mal wieder, dass es für manch einen eher ein Vorwand ist. Um den Partner, die Partnerin nicht gleich voll und ganz mit der Trennung zu konfrontieren. Obwohl man insgeheim schon längst mit der Beziehung abgeschlossen hat. Und nicht mehr will.

Der Andere hofft dennoch.

Weil er nicht ahnt, dass es von Seiten des Partners, der Partnerin längst aus ist.

Das wäre dann ziemlich unfair, wenn ich ehrlich bin! Vor allem dann, wenn der Andere alles tut, um die Beziehung zu retten.

Noch etwas ist an der räumlichen Trennung ein bisschen – sagen wir schwierig. Denn: Beide sind offiziell ja noch nicht völlig frei. Können sich also noch nicht voll und ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Andere kennenlernen, mit ihnen etwas anfangen? Schwierig! Denn da ist ja immer noch diese eine Person…

Die räumliche Trennung kann zudem noch weitere Gefahren bieten. Welche aber sind das?

Der emotionale Abstand wird durch die räumliche Distanz von Tag zu Tag größer. Und man merkt, dass man den Anderen eigentlich gar nicht vermisst. Dass man kaum noch an ihn oder sie denkt. Vielleicht empfindet man den Abstand sogar als eine Art Befreiung!

Vielleicht probiert man es danach doch noch einmal miteinander. Aber es ist einfach nicht mehr so wie zuvor. Beide haben sich gewissermaßen verloren. Und finden nicht mehr zueinander. Der Wille, die Kraft: All das ist weg. Aber ohne geht es nun mal nicht…

Beide können sich durch die Trennung zu sehr verändern. Und zwar in entgegen gesetzte Richtungen. Und schon ist keine gemeinsame Basis mehr da. Das ist besonders beim ersten Treffen „danach“ zu spüren. Wenn sie stumm voreinander sitzen. Und merken: Diese Person da gegenüber, sie ist mir wirklich fremd geworden. Und eigentlich kenne ich ihn/ sie gar nicht mehr…

Damit es mit der räumlichen Trennung und mit dem anschließenden Neuanfang klappt, braucht es Regeln. So viel ist sicher! Welche aber sind das? Hier verrate ich es Dir:

Welche räumliche Trennung Regeln solltest Du beachten?

Ihr beide wollt es noch einmal miteinander probieren? Dann stellt im Vorfeld wichtige Regeln auf – das ist mein Tipp an Euch. Hier sind sie:

Macht Euch klar, was Ihr mit der Probetrennung erreichen wollt.

Und unter welchen Bedingungen Ihr beide wieder zusammen finden könnt.

Natürlich ist auch die Frage wichtig: Wie lange sollte die Trennung auf Zeit eigentlich Bestand haben? Einige Wochen sollten es schon sein – einige Monate wären aber zu viel! Ich rate Dir, maximal vier bis sechs Monate festzulegen. Denn mal ehrlich: Wenn Ihr Euch nach einem halben Jahr immer noch nicht sicher seid, was Ihr füreinander empfindet: Dann wird das auch im nächsten halben Jahr eher nicht geschehen.

Tauscht Euch hin und wieder gerne mal aus. Wie es dem Anderen so geht, was er oder sie so macht. Legt also während der Trennung auf Zeit keine komplette Funkstille ein.

Klärt alles Praktische im Vorfeld. Also, wer auszieht, was mit den Kosten ist und so weiter. Weiter oben habe ich dazu ja schon so einiges geschrieben.

Klärt die Betreuung der Kinder. Und wie häufig der Andere sie sehen kann.

Geht während dieser Zeit wirklich in Euch. Vielleicht hilft es Dir, Tagebuch zu führen. Oder eine Therapie zu machen. Um Dich so mit all den Vor- und Nachteilen Deiner Beziehung auseinander zu setzen.

Finde so heraus, wie gut Du ohne den Anderen klar kommst. Vielleicht ist das der Fall und Du vermisst ihn oder sie eigentlich überhaupt nicht. Habe dann bitte den Mut, das Ganze zu beenden. Selbst, wenn die Trennung auf Zeit offiziell noch nicht vorbei ist.

Drängt einander zu nichts. Und nutzt diese Zeit so gut es geht für Euch.

Das waren nun so einige Infos zum Thema, nicht wahr? Ich lasse das deshalb mal so sacken. Und ziehe nur noch ein kleines Fazit:

Räumliche Trennung – mein Fazit

Eine räumliche Trennung kann aus mehreren Gründen eingeleitet werden. Etwa, weil man die Beziehung endgültig beenden will. Und nun noch nachweisen muss, dass man tatsächlich getrennte Haushalte führt.

Zum Anderen, weil sich beide über die Zukunft der Beziehung noch nicht wirklich im Klaren sind. Irgendwie hat diese nämlich noch was… und so ganz „fertig“ sind sie mit dem Anderen noch nicht. Dann lohnt sich eine Trennung auf Zeit, um sich darüber klarer zu werden. Wichtig ist jedoch, dass vorab klare Regeln aufgestellt werden. Und dass diese natürlich auch eingehalten werden. Sonst bringt das Ganze nichts!!